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Orangewein, international meist Orange Wine genannt, ist Weißwein, der wie Rotwein gemacht wird. Die weißen Trauben vergären mitsamt Schalen und Kernen, und daraus entsteht die bernsteinfarbene Farbe, die der Kategorie ihren Namen gab. Hier finden Sie unsere Auswahl.

Was Orange Wein von Weißwein unterscheidet

Bei klassischem Weißwein wird der Most sofort von den Schalen getrennt. Beim Orangewein bleibt er wochen- oder monatelang darauf liegen. Diese verlängerte Maischestandzeit löst Farbstoffe, Tannine und Aromen aus der Schale, die im normalen Weißwein nie im Glas landen.

Das Ergebnis ist eine Kategorie für sich: Farben von hellgold bis tiefem Orange, eine Tanninstruktur, die eher an Rotwein erinnert, und eine Textur, die man tatsächlich kauen kann. Wer Orange Wein zum ersten Mal blind probiert, hält ihn selten für Weißwein.

Georgien, Qvevri und 8.000 Jahre Vorgeschichte

Neu ist daran nichts. In Georgien wird seit Jahrtausenden so gearbeitet, traditionell in Qvevri, großen, im Boden eingegrabenen Tongefäßen, in denen Most, Schalen und Kerne gemeinsam gären. Die Methode gilt als eine der ältesten noch praktizierten Weinbereitungsformen überhaupt.

Wiederentdeckt wurde sie in den 1990er Jahren im Friaul und in Slowenien, von Winzern, die bewusst mit minimalem Eingriff arbeiteten. Von dort verbreitete sich der Stil nach Italien, Österreich und Deutschland. Einige unserer Flaschen reifen weiterhin in Qvevri, andere in Holz oder Stahl.

Die Stilbandbreite, und welche Rebsorten funktionieren

Von mineralisch-straff bis reichhaltig

Orangewein ist kein einheitlicher Geschmack. Kurze Maischestandzeiten von wenigen Tagen ergeben helle, straffe Weine mit dezentem Griff. Mehrere Monate auf der Schale bringen tiefe Bernsteintöne, Noten von Nüssen, Honig, Dörrobst, Schwarztee und Gewürzen sowie deutlich spürbares Tannin.

Aromatische Sorten im Vorteil

Besonders gut funktionieren Sorten mit dicker Schale und eigenem Aroma. Gewürztraminer, Grauburgunder, Ribolla Gialla und Rkatsiteli gehören zu den Klassikern, und auch Riesling wird gelegentlich so ausgebaut. Neutrale Sorten geben weniger her, weil das Tannin dann kein Gegengewicht findet.

Ein Hinweis für den Einstieg: Beginnen Sie mit einer Flasche aus kurzer Maischestandzeit. Die tiefdunklen, monatelang macerierten Weine sind faszinierend, aber sie fordern viel und verzeihen wenig. Wer mit einem hellen, straffen Orangewein anfängt, versteht die Kategorie schneller.

Häufige Fragen zu Orangewein

Ist Orangewein aus Orangen gemacht?

Nein. Der Name beschreibt nur die Farbe. Es sind Weißweine aus Weintrauben, die durch den Schalenkontakt bernsteinfarben werden.

Was ist der Unterschied zwischen Orangewein und Naturwein?

Zwei verschiedene Dinge, die oft zusammen auftreten. Orangewein beschreibt eine Machart, den Schalenkontakt. Naturwein beschreibt eine Philosophie mit minimalen Eingriffen. Viele Orangeweine sind Naturweine, aber nicht alle, und umgekehrt.

Wie serviert man Orange Wein?

Deutlich wärmer als Weißwein, bei etwa zwölf bis vierzehn Grad, und gerne in einem Rotweinglas. Zu kalt serviert wirkt das Tannin bitter. Viele Flaschen profitieren davon, eine Stunde offen zu stehen.

Wozu passt Orangewein?

Zu allem, was klassischen Weinregeln widerspricht: kräftig gewürzte asiatische Küche, gereifter Hartkäse, Lamm, Wild und erdiges Gemüse wie Rote Bete oder Pilze. Er ist einer der wenigen Weine, die mit Curry oder Kimchi zurechtkommen.

Kann man Orangewein lagern?

Ja, oft besser als Weißwein. Das Tannin und die Oxidationsfestigkeit aus dem Schalenkontakt machen viele Flaschen über fünf bis zehn Jahre haltbar, bei georgischen Qvevri-Weinen auch länger.

Ist Orangewein trüb?

Manche schon. Wenn ungefiltert abgefüllt wird, bleibt eine natürliche Trübung, die kein Fehler ist. Andere Erzeuger filtern und füllen klar ab.