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Tokajer, auch bekannt als Tokaji, stammt aus der ungarischen Weinregion Tokaj, die als ältestes abgegrenztes Weinbaugebiet der Welt gilt. Bereits seit dem 17. Jahrhundert genießt Tokajer einen legendären Ruf bei Weinliebhabern und gekrönten Häuptern – Ludwig XIV. nannte ihn „den Wein der Könige und den König der Weine“. Charakteristisch für die Region ist das spezielle Mikroklima, das die Entwicklung der sogenannten Edelfäule (Botrytis cinerea) begünstigt, welche für die Herstellung dieser besonderen Süßweine entscheidend ist.

Tokajer wird in verschiedenen Stilen ausgebaut. Am bekanntesten ist der Tokaji Aszú, ein Süßwein, der aus von Edelfäule befallenen Trauben gewonnen wird. Die Intensität des Weins wird in „Puttonyos“ angegeben – je höher die Zahl, desto süßer und konzentrierter ist der Wein. Es gibt auch trockenere Varianten wie den Tokaji Furmint, der zunehmend an Beliebtheit gewinnt, sowie den seltenen Tokaji Szamorodni („wie gewachsen“), der sowohl als süße als auch trockene Version existiert. Der Eszencia ist eine weitere Besonderheit: Dieser fast sirupartige Wein entsteht ausschließlich aus dem aus den verrieselten Beeren tropfenden Most und hat traditionell einen extrem hohen Restzuckergehalt und eine niedrige Alkoholvolumen.

Der Unterschied zu anderen Weinkategorien liegt nicht nur im hohen Süßegrad, sondern auch in der einzigartigen Balance zwischen Süße, Säure und komplexen Aromen. Typische Geschmacksnoten reichen von getrockneten Aprikosen über Honig bis hin zu feinen, nussigen und manchmal würzigen Noten – oft mit einer markanten Frische, die den Wein nie zu üppig erscheinen lässt.

Tokajer-Weine sind außergewöhnlich vielseitig beim Food Pairing. Klassisch harmonieren sie mit Foie gras, Blauschimmelkäse und Desserts mit Aprikosen oder Nüssen. Doch gerade die balancierte Säure macht Tokajer auch zu einem spannenden Begleiter für asiatische Gerichte, mild gewürzte Currys oder Gerichte mit Geflügel und Kräutern. Die trockeneren Varianten passen zudem zu Antipasti, Meeresfrüchten und gereiftem Käse.