Bruichladdich: Single Malt Whisky von den Rhinns of Islay
Bruichladdich liegt am Ufer des Loch Indaal auf den Rhinns, der westlichen Halbinsel von Islay. Die Brüder William, John und Robert Harvey bauten die Brennerei 1881. Danach stand sie mehrfach still, zuletzt ab 1994. Im Dezember 2000 übernahm eine Investorengruppe um Mark Reynier die Anlage, zerlegte die viktorianische Ausstattung bis Mai 2001, setzte sie wieder instand und nahm die Produktion erneut auf. Als Master Distiller kam Jim McEwan, der zuvor bei Bowmore gearbeitet hatte.
Seit 2012 gehört Bruichladdich zu Rémy Cointreau. 2020 erhielt die Brennerei als eine der ersten schottischen Whiskybrennereien die B Corp Zertifizierung. Ein Grundsatz zieht sich durch alle Abfüllungen: Die Gerste stammt ausschließlich aus Schottland, und seit 2004 wird ein Teil davon auf Islay selbst angebaut.
Ungetorfter Bruichladdich: Classic Laddie, Islay Barley und Bere Barley
Während die meisten Islay Whiskys vom Torfrauch leben, ist der Whisky unter dem Namen Bruichladdich selbst ungetorft. Im Mittelpunkt steht die Gerste: Sorte, Farm und Erntejahr sollen im Glas erkennbar sein.
- The Classic Laddie und Classic Laddie Scottish Barley sind die Visitenkarte des Hauses: rund und frisch, mit Honig, Zitrus und einem Hauch Meersalz.
- Bruichladdich Islay Barley 2013 wurde aus Gerste gebrannt, die auf der Insel gewachsen ist.
- Bruichladdich Bere Barley 2012 nutzt Bere, eine der ältesten Gerstensorten Schottlands, und wirkt würziger und voller.
- Bruichladdich Organic 2011 stammt aus biologisch angebauter Gerste.
- Black Art 11.1 ist eine limitierte Edition, bei der die Fassreifung im Vordergrund steht und die genaue Fassauswahl bewusst geheim bleibt.
Dazu kommen zwei unabhängige Abfüllungen von Gordon & MacPhail: Bruichladdich Vintage 1990 Connoisseurs Choice und die Fassstärke aus der Upper Range von 2021. Beide zeigen Bruichladdich aus der Zeit vor der Schließung.
Port Charlotte: stark getorfter Islay Whisky von Bruichladdich
Port Charlotte erinnert an die Lochindaal Brennerei im gleichnamigen Dorf südlich von Bruichladdich, die 1929 schloss. Die Gerste wird auf rund 40 ppm Phenol getorft, und die hohen, schlanken Brennblasen sorgen für einen Rauch, der eher elegant als rau ausfällt: Heide, Holzfeuer und salzige Seeluft über süßem Malz. Port Charlotte 10 YO ist die Basis und wird mit 50 Prozent abgefüllt. Port Charlotte Islay Barley zeigt denselben Rauch mit Gerste von der Insel. Die Cask Exploration Editionen Port Charlotte PMC (Reifung in Pomerol Fässern) und Port Charlotte SYC (Syrah Fässer) bringen rote Frucht und Würze zum Torf.
Octomore: der am stärksten getorfte Single Malt Whisky
Octomore ist nach einer Farm oberhalb von Port Charlotte benannt, auf der im 19. Jahrhundert selbst Whisky gebrannt wurde. Mark Reynier und Jim McEwan riefen die Marke 2002 ins Leben, die erste Abfüllung erschien 2008. Die Gerste ist um ein Vielfaches stärker getorft als bei Port Charlotte, oft weit über 100 ppm, und Octomore gilt als der am stärksten getorfte Single Malt der Welt.
Jede Serie erscheint in mehreren Varianten: Die Zahl vor dem Punkt nennt die Serie, die Zahl danach die Variante. Bei der 16. Serie reift Octomore 16.1 in Bourbonfässern, Octomore 16.2 zeigt den Einfluss von Weinfässern, und Octomore 16.3 wird aus Gerste vom Church Field auf der Octomore Farm gebrannt. Außerdem finden Sie hier Octomore 15.1 und Octomore 14.2.
Wer rauchigen Inselwhisky mag, vergleicht Bruichladdich mit dem Nachbarn Laphroaig Whisky von Islay oder mit Talisker von der Isle of Skye. Die ganze Auswahl finden Sie unter Schottischer Whisky, bei allem aus Schottland und in der Kollektion Whisky.
Häufige Fragen zu Bruichladdich Whisky
Ist Bruichladdich rauchig?
Das hängt von der Linie ab. Abfüllungen unter dem Namen Bruichladdich, etwa The Classic Laddie, sind ungetorft. Port Charlotte ist stark getorft, und Octomore ist der rauchigste Whisky der Brennerei.
Was bedeuten die Zahlen bei Octomore?
Die erste Zahl steht für die Serie, die zweite für die Variante. Octomore 16.3 ist also die dritte Variante der 16. Serie, gebrannt aus Gerste von Islay.
Was ist der Unterschied zwischen Port Charlotte und Octomore?
Beide werden bei Bruichladdich gebrannt. Port Charlotte ist auf rund 40 ppm getorft, Octomore nutzt noch deutlich stärker getorfte Gerste und ist das extremste Projekt des Hauses.
Wem gehört Bruichladdich?
Seit 2012 gehört die Brennerei zum Konzern Rémy Cointreau.