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Irischer Whiskey: weich, vielseitig und wieder im Aufbruch

Irischer Whiskey hat eine lange Geschichte und eine erstaunliche Gegenwart. Im 19. Jahrhundert war Irland eine der großen Whiskey-Nationen der Welt, in den 1890er Jahren arbeiteten mindestens 28 Brennereien auf der Insel. Dann folgten Jahrzehnte des Niedergangs, bis 1966 nur noch zwei übrig waren. Seit Ende der 1980er Jahre erlebt Irish Whiskey eine Renaissance: Neue Brennereien entstanden in Dublin, im Westen und auf dem Land, und mit ihnen eine Vielfalt, die es lange nicht gab.

Gesetzlich ist Irish Whiskey eine geschützte Herkunftsbezeichnung. Er muss auf der Insel Irland gebrannt und mindestens drei Jahre in Holzfässern gereift sein, und zwar in der Republik ebenso wie in Nordirland, mit mindestens 40 Prozent Alkohol. Typisch, aber nicht vorgeschrieben ist die dreifache Destillation, die dem Destillat seine viel gerühmte Weichheit gibt.

Single Malt, Single Pot Still, Grain und Blend: die vier Stile

Single Malt wird aus gemälzter Gerste in der Pot Still einer einzigen Brennerei gebrannt, wie bei den Drumshanbo Galanta oder den Teeling Single Malts. Single Pot Still ist die irische Spezialität schlechthin: eine Maische aus gemälzter und ungemälzter Gerste, die dem Whiskey eine cremige Textur und eine pfeffrige Würze gibt. Grain Whiskey entsteht in der Kolonnendestille, ist leichter und dient meist als Basis für Blends, kann aber auch allein glänzen. Blended Irish Whiskey kombiniert diese Stile und ist der klassische Einstieg in die Kategorie.

Torfrauch spielt in Irland eine kleinere Rolle als in Schottland, fehlt aber nicht: Der Teeling Blackpitts zeigt, wie rauchig ein irischer Single Malt sein kann.

Teeling, Drumshanbo, Tullamore D.E.W.: irischer Whiskey im Sortiment

Teeling eröffnete 2015 die erste neue Brennerei in Dublin seit über 125 Jahren und ist bekannt für experimentelle Fassreifungen, von IPA-Bierfässern über Akvavit bis Pedro Ximénez, und für sehr alte Single Malts mit drei Jahrzehnten und mehr im Fass. Ebenfalls aus Dublin kommt Roe & Co, seit 2019 in einem ehemaligen Kraftwerksgebäude der Guinness-Brauerei neben der historischen Thomas Street Distillery von George Roe zu Hause. Drumshanbo ist der Whiskey der Shed Distillery in der Grafschaft Leitrim, die 2014 mit dem Brennen begann und heute Single Malt und Single Pot Still abfüllt. Knappogue Castle steht für irischen Single Malt, etwa in der Ex-Libris-Reihe. Und Tullamore D.E.W. trägt im Namen die Initialen von Daniel Edmund Williams, der sich in der Brennerei in Tullamore vom Stalljungen zum Manager hocharbeitete.

Irish Whiskey genießen und kombinieren

Die meisten irischen Whiskeys sind sanft genug, um sie pur zu trinken; ein Schuss Wasser öffnet bei Fassstärke die Frucht. Im Cocktail ist Irish Whiskey vielseitiger als sein Ruf, vom Irish Coffee bis zum Highball. Zum Essen passen geräucherter Lachs, Austern, Lammeintopf, Cheddar und Desserts mit Apfel, Karamell oder Nüssen. Finishes in Sherry- oder Weinfässern bringen dunkle Frucht und Gewürz, ideal nach dem Essen. Mehr Stile finden Sie in unserer Whisky-Auswahl und bei den Spirituosen.

Häufige Fragen zu irischem Whiskey

Warum schreibt man irischen Whiskey mit e?

In Irland und den USA hat sich die Schreibweise „Whiskey“ eingebürgert, in Schottland, Kanada und Japan „Whisky“. Vorgeschrieben ist das nicht, manche irische Abfüllungen tragen auch die Form ohne e.

Was ist der Unterschied zwischen irischem und schottischem Whisky?

Irischer Whiskey wird häufig dreifach destilliert, kennt mit Single Pot Still einen eigenen Stil und ist meist weniger rauchig. Schottischer Whisky wird meist zweifach gebrannt, und gerade die Inseln setzen oft auf Torf.

Wie lange muss Irish Whiskey reifen?

Mindestens drei Jahre in Holzfässern auf der Insel Irland. Viele Abfüllungen reifen deutlich länger.

Welcher irische Whiskey ist der beste?

Das hängt vom Geschmack ab. Wer es weich und leicht mag, beginnt mit einem Blend, wer Tiefe sucht, greift zu Single Pot Still oder einem älteren Single Malt, und wer Rauch liebt, probiert einen getorften Teeling.

Ist Irish Whiskey dasselbe wie Bourbon?

Nein. Bourbon ist amerikanischer Whiskey aus mindestens 51 Prozent Mais, gereift in neuen Eichenfässern. Irish Whiskey basiert meist auf Gerste und reift häufig in gebrauchten Bourbon- oder Sherryfässern.