Château Lynch-Bages ist ein 5e Grand Cru Classé aus Pauillac und gilt seit Jahrzehnten als Weingut, das deutlich über seiner Einstufung von 1855 spielt. Hier finden Sie den Grand Vin in vielen Jahrgängen und Großformaten, dazu den Zweitwein Echo de Lynch-Bages und den seltenen Blanc de Lynch-Bages.
Geschichte von Château Lynch-Bages: von der Familie Lynch zur Familie Cazes
Der Name verbindet den Weiler Bages am Rand von Pauillac mit der Familie Lynch, die aus Irland stammte. Thomas Lynch kam am 9. Juni 1750 durch Heirat in den Besitz der Domaine de Bages, sein Sohn Michel Lynch legte den Grundstein für den Ruf des Weins. In der Klassifikation von 1855 wurde Lynch-Bages als Cinquième Cru eingestuft. Seit 1939 gehört das Gut der Familie Cazes. Jean-Michel Cazes stieg 1973 ein und machte Lynch-Bages international bekannt, seit 2007 führt sein Sohn Jean-Charles Cazes das Haus. Ab 2017 wurden Keller und Gärkeller nach Plänen des Architekten Chien Chung (Didi) Pei neu gebaut, der Jahrgang 2020 war der erste aus den erneuerten Kellern.
Terroir und Rebsorten: Cabernet Sauvignon auf dem Kies von Pauillac
Die Weinberge umfassen gut 100 Hektar südlich und südwestlich des Städtchens Pauillac auf einer Kuppe mit Blick auf die Gironde. Der tiefe Garonne-Kies speichert tagsüber Wärme und sorgt für gute Drainage. Das Rückgrat bildet Cabernet Sauvignon, ergänzt durch Merlot, Cabernet Franc und etwas Petit Verdot. Seit 2006 werden die Parzellen in rund 200 Teilstücken getrennt bewirtschaftet und vinifiziert, das Gut ist nach HVE Stufe 3 zertifiziert.
Der Stil von Lynch-Bages Wein: kraftvoller, großzügiger Pauillac
Lynch-Bages steht für einen üppigen, dunkelfruchtigen Pauillac mit Aromen von Cassis, Pflaume, Zedernholz und Tabak, getragen von festen, aber reifen Tanninen. Anders als manch strengerer Nachbar macht er schon in der Jugend Freude und entwickelt sich in guten Jahren über zwanzig Jahre und mehr. Die Auswahl reicht von gereiften Flaschen wie 1982, 1989 und 1990 über 2000, 2005, 2009 und 2010 bis zu den jungen Jahrgängen, dazu Magnum, Doppelmagnum und Methusalem. Wer Pauillac vergleichen möchte, findet mit Mouton Rothschild einen der großen Premiers Crus der Appellation.
Echo de Lynch-Bages und Blanc de Lynch-Bages: Zweitwein und Weißwein
Echo de Lynch-Bages ist der Zweitwein des Hauses. Bis 2008 hieß er Château Haut-Bages-Averous, unter diesem Namen finden Sie auch ältere Jahrgänge. Er ist weicher und früher zugänglich als der Grand Vin und ein guter Einstieg in den Stil des Hauses. Seit 1990 entsteht außerdem der Blanc de Lynch-Bages aus Sauvignon Blanc, Sémillon und Muscadelle, einer der ersten Weißweine eines klassifizierten Guts im Médoc. Da die Appellation Pauillac nur Rotwein erlaubt, trägt er die Appellation Bordeaux.
Häufig gestellte Fragen zu Château Lynch-Bages
Warum wird Lynch-Bages höher eingeschätzt als seine Einstufung als fünfter Cru?
Das Gut wurde 1855 als fünfter Cru eingestuft, wird heute aber von Kritikern und Sammlern oft auf einer Stufe mit höher klassifizierten Weinen genannt. Beständige Qualität auch in schwierigen Jahren hat diesen Ruf begründet.
Welche Jahrgänge von Château Lynch-Bages gelten als besonders gelungen?
Zu den gefeierten Jahrgängen zählen 1982, 1989, 1990, 2000, 2005, 2009, 2010 und 2016. Auch die jüngeren Jahrgänge 2019, 2020 und 2022 wurden stark bewertet, brauchen aber noch Zeit im Keller.
Wann sollte man Lynch-Bages trinken?
Der Grand Vin zeigt sich meist nach zehn Jahren von seiner offenen Seite, große Jahrgänge halten deutlich länger. Echo de Lynch-Bages kann früher geöffnet werden. Dazu passen Lammkeule, Entrecôte oder Ente.
Was ist Echo de Lynch-Bages?
Der Zweitwein von Château Lynch-Bages, bis 2008 als Château Haut-Bages-Averous abgefüllt. Er stammt aus denselben Weinbergen, ist aber zugänglicher und früher trinkreif.
Ist Lynch-Moussas dasselbe Weingut wie Lynch-Bages?
Nein. Château Lynch-Moussas ist ein eigenständiges Gut in Pauillac, das ebenfalls einst der Familie Lynch gehörte und seit 1919 im Besitz der Familie Castéja ist. Seine Weine sind auf dieser Seite nicht enthalten.