Château La Fleur-Pétrus 1990
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Beschreibung
Château La Fleur-Pétrus 1990 ist ein großer, klassischer Pomerol-Jahrgang, der die üppige Reife des legendären Bordeaux-Jahres 1990 mit der feinen, fast burgundischen Eleganz des Châteaus verbindet. Dieser zu 95 Punkten von Wine Spectator bewertete Wein zeigt heute eine beeindruckende Harmonie aus Fülle, Reife und aromatischer Komplexität. Besonders reizvoll ist seine Mischung aus saftiger Merlot-Frucht und den gereiften, würzigen Nuancen, die nur ein großer, perfekt gelagerter Pomerol nach Jahrzehnten entwickeln kann. Im Vergleich zum 1989er präsentiert sich der 1990er etwas runder und kraftvoller, mit mehr „Oomph“ in der Frucht, ohne an Finesse einzubüßen. Château La Fleur-Pétrus gehört zum Portfolio der berühmten Familie Moueix, den „Königen von Pomerol“, und profitiert von deren jahrzehntelanger Erfahrung mit Top-Terroirs wie Trotanoy und natürlich Petrus. Historisch ist La Fleur-Pétrus ein Nachbar einiger der berühmtesten Lagen des rechten Ufers und gilt seit Langem als Insider-Tipp für Kenner, die nach großer Pomerol-Qualität mit eigenständigem Charakter suchen.
Geschmacksprofil
Im Glas zeigt der Château La Fleur-Pétrus 1990 eine tiefe, dicht rubinrote Farbe mit ziegelrotem Rand – ein klassisches Bild für einen perfekt gereiften Pomerol. Die Farbintensität verrät noch immer Vitalität, während der leichte Reifeton die jahrzehntelange Flaschenlagerung widerspiegelt.
In der Nase entfaltet sich ein vielschichtiges, reifes Bouquet: rote Johannisbeeren, eingelegte Pflaumen und Kirschkonfit werden von Noten getrockneter Orangenschale, Bergamotte und Rooibos-Tee begleitet. Hinzu kommen feine Anklänge von Sandelholz, Zigarrenkiste, etwas Unterholz und zarter Trüffelwürze – ein sehr klassisches, nobles Pomerol-Profile mit aromatischer Tiefe.
Am Gaumen wirkt der Wein geschmeidig und abgerundet, mit einer saftigen, noch erstaunlich jugendlich wirkenden Merlot-Frucht. Die Textur ist seidig, aber mit mehr Fülle und Nachdruck als beim 1989er – die beschriebene „Plumpheit“ zeigt sich in der cremigen Mitte und der dichten, süß gereiften Frucht. Feinkörnige, vollständig integrierte Tannine tragen die Aromen von roten Beeren, Pflaume und Kirsche bis in den langen, würzig-teelastigen Nachhall, in dem Bergamotte, Rooibos, feine Röstaromen und ein Hauch von Rauch und Sandelholz nachklingen.
Der 1990er befindet sich heute in einem wunderschönen Trinkfenster und zeigt die Reifevorteile eines über drei Jahrzehnte gelagerten Pomerols. Gut gelagerte Flaschen besitzen noch mehrere Jahre, in denen sie ihre Komplexität halten oder sogar weiter verfeinern können. Dennoch ist dies ein Wein, den man nicht mehr allzu lange aufschieben sollte, wenn man seine perfekte Balance aus Frucht, Reife und tertiären Noten erleben möchte.
Vinifikation
Château La Fleur-Pétrus liegt auf dem berühmten Plateau von Pomerol, zwischen einigen der prestigeträchtigsten Nachbarn der Appellation. Die Böden sind geprägt von einem Mix aus Kies, Lehm und sandigeren Partien, teils mit eisenhaltigen Einschlüssen („crasse de fer“), die für Struktur, Tiefe und die typische, leicht würzige Pomerol-Charakteristik sorgen. Die historische Kernfläche des Gutes umfasste etwa 10 Hektar, die in den 1990er-Jahren teilweise durch Parzellen aus benachbarten Lagen ergänzt wurde; die Reben sind überwiegend mit Merlot bestockt, ergänzt durch kleine Anteile Cabernet Franc und Petit Verdot (im Gesamtbesitz heute rund 91 % Merlot, 6 % Cabernet Franc, 3 % Petit Verdot).
Die Lese erfolgt traditionell per Hand, mit strenger Selektion der Trauben bereits im Weinberg und anschließend am Sortiertisch. Im legendären Jahr 1990 wurden sehr reife, perfekt ausgereifte Merlot-Trauben eingebracht, was die üppige Textur und aromatische Dichte des Weines erklärt. Die Vinifikation erfolgt in temperaturkontrollierten Tanks (Beton oder Edelstahl), um eine schonende Extraktion der Farbstoffe und Tannine zu gewährleisten, gefolgt von einem Ausbau in französischen Barriques, von denen ein signifikanter Anteil neu ist. Die Reife im Holz – typischerweise 16–18 Monate – verleiht dem Wein seine feine Sandelholz- und Gewürzprägung, ohne die Frucht zu überdecken.
Essen & Servieren
Château La Fleur-Pétrus 1990 ist ein idealer Begleiter zu klassischer, feiner französischer Küche und aromatisch komplexen Fleischgerichten. Besonders gut passt er zu rosa gebratenem Lamm (z. B. Lammkarree mit Kräuterkruste), Kalbsrücken, Entenbrust, geschmortem Rind (Bœuf Bourguignon) oder edlen Geflügelsorten wie Perlhuhn oder Taube. Auch Trüffelgerichte, Pilzrisotto, feine Wildgerichte sowie gereifte, nicht zu scharfe Hartkäse (Comté, gereifter Gouda, Mimolette) harmonieren hervorragend.
Servieren Sie den Wein idealerweise bei 17–18 °C, damit sich seine vielschichtigen Aromen optimal entfalten, ohne alkoholisch zu wirken. Eine vorsichtige Dekantation etwa 30–60 Minuten vor dem Servieren ist zu empfehlen, vor allem um eventuelles Depot in der Flasche zurückzuhalten und den Wein zu öffnen, ohne ihn zu sehr zu belüften. Ältere Flaschen sollten behutsam behandelt und in einer Karaffe mit breitem Boden, aber eher moderatem Luftkontakt serviert werden.
Produzent
Château La Fleur-Pétrus gehört zur renommierten Familie Moueix, die seit den 1950er-Jahren das Bild von Pomerol maßgeblich geprägt hat. La Fleur-Pétrus war das zweite Gut, das Jean-Pierre Moueix in Libourne erwarb, als er 1953 begann, seine ursprünglich auf den Handel fokussierte Tätigkeit um die eigene Weinproduktion zu erweitern. Heute verfügt die Familie über ein beeindruckendes Portfolio an Spitzenlagen des rechten Ufers, darunter unter anderem Château La Clotte und Magdelaine in Saint-Émilion sowie Trotanoy, Lagrange, Lafleur, Lafleur-Gazin, La Fleur-Pétrus und als Krönung Petrus – ein Grund, weshalb Moueix häufig als „König von Pomerol“ bezeichnet wird.
Das historische Kernstück von La Fleur-Pétrus wurde im Laufe der Zeit durch sorgfältige Zukäufe benachbarter Parzellen ergänzt, um die Qualität zu sichern und den Charakter des Weins zu verfeinern. So kamen 1994 Teile von Château Le Gay hinzu und 2012 Flächen von Château Guillot, wodurch das Gut insgesamt auf rund 18 Hektar anwuchs. Um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden, findet die Vinifikation seit dem Jahrgang 2013 in den modernen Kellern des benachbarten Château Hosanna statt, während ein Teil der Fassreife weiterhin in den historischen Kellern von La Fleur-Pétrus erfolgt, die während der Erntezeit als operative Schaltzentrale der Familie Moueix dienen. La Fleur-Pétrus gilt heute als einer der feinsten und zugleich unterschätzten großen Pomerols – mit einer Fangemeinde unter Kennern, die seine Kombination aus Finesse, Tiefgang und Langlebigkeit zu schätzen wissen.
Produktinformation
| Kategorie | Rotwein |
| Hersteller | Château Petrus |
| Jahrgang | 1990 |
| Land | Frankreich |
| Region | Bordeaux |
| Rebsorte | Merlot |
| Alkoholgehalt | 13,00 % |
| Inhalt | 750 ml |
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