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Castello Banfi: die Brüder Mariani und der Brunello di Montalcino

Wer über Brunello spricht, landet früher oder später bei Castello Banfi. Gegründet wurde das Gut 1978 von den italoamerikanischen Brüdern John und Harry Mariani, deren Familie schon lange mit italienischem Wein in den USA arbeitete. Statt ein bestehendes Weingut zu kaufen, bauten sie in Montalcino etwas Neues auf, beraten vom Önologen Ezio Rivella. Der Name erinnert an Teodolinda Banfi, eine Verwandte der Familie Mariani.

Mittelpunkt des Guts ist die Burg Poggio alle Mura. Sie wird bereits 1318 urkundlich erwähnt und gehört seit 1983 zu Banfi. Die Familie ließ sie restaurieren, ein Jahr später wurde die Kellerei eingeweiht. Später gab die Burg einem der wichtigsten Brunello des Hauses seinen Namen.

Sangiovese-Forschung als Fundament für Banfi Brunello

Was Banfi von vielen Nachbarn unterscheidet, ist die Arbeit im Weinberg. Schon 1980 begann man, die Lagen systematisch zu kartieren, um jeder Rebsorte den passenden Standort zu geben. 1982 folgte eine Klonselektion beim Sangiovese, die nach den Klonen suchte, die mit Boden und Klima von Montalcino am besten zurechtkommen. Seit 2007 gären die Weine in der Horizon-Kellerei, in Gärbehältern, die französische Eiche und Edelstahl kombinieren.

Der Einstieg ist der Banfi Brunello di Montalcino: Sauerkirsche, getrocknete Kräuter, festes Tannin. Poggio alle Mura stammt von den Hängen direkt unterhalb der Burg und kommt als Brunello und als Riserva in die Flasche. Vigna Marrucheto ist eine jüngere Einzellage, die unmittelbar auf der Klonforschung aufbaut. An der Spitze steht die Riserva Poggio all'Oro, die nur in großen Jahrgängen entsteht und Zeit im Keller verlangt.

Rosso di Montalcino, Supertoskaner und Moscadello von Banfi

Wer den Stil des Hauses früher genießen möchte, greift zum Rosso di Montalcino. Der klassische Rosso und der Rosso di Montalcino Poggio alle Mura zeigen schon jung saftige Frucht und weichere Gerbstoffe. Außerhalb der DOCG-Regeln füllt Banfi Weine als Toscana IGT. Excelsus ist eine Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Merlot, Belnero ein dunkler, kraftvoller Rotwein für Gegrilltes.

Das Programm reicht über Montalcino hinaus. Die Chianti Classico Gran Selezione Fonte alla Selva kommt aus Castellina in Chianti, die Chianti Classico Riserva ergänzt sie. La Pettegola gibt es als frischen Vermentino und als Rosé. Zum Abschluss steht Florus bereit, ein spät gelesener, süßer und aromatischer Moscadello di Montalcino in der halben Flasche. So wird Banfi zu einem guten Wegweiser durch die Toskana.

Banfi Piemonte: Schaumwein, Gavi und Brachetto

Bereits 1979 übernahmen die Brüder Mariani die historische Kellerei Bruzzone im Piemont, zwischen Novi Ligure und Acqui Terme. Hier entstehen die Schaumweine des Hauses. Der Banfi Spumante Metodo Classico Brut gärt ein zweites Mal in der Flasche, die Alta Langa Cuvée Aurora gibt es als Extra Brut und als Blanc de Noirs Pas Dosé, noch trockener und straffer. Der Gavi Principessa Gavia ist ein frischer Weißwein aus Cortese, und Rosa Regale ist ein süßer, perlender Brachetto d'Acqui für Beeren und Schokoladendesserts.

Häufige Fragen zu Castello Banfi

Wofür ist Castello Banfi bekannt?

Vor allem für Brunello di Montalcino, besonders Poggio alle Mura und Poggio all'Oro. Auch die Forschung zu Sangiovese-Klonen hat den Namen unter Winzern bekannt gemacht.

Was unterscheidet Poggio alle Mura von Poggio all'Oro?

Poggio alle Mura sind die Weinberge rund um die Burg, abgefüllt als Brunello und als Riserva. Poggio all'Oro ist eine Riserva, die nur in den besten Jahrgängen erscheint, und der lagerfähigste Wein des Hauses.

Banfi Brunello jetzt trinken oder lagern?

Der Rosso di Montalcino schmeckt jung. Ein Brunello wird mit einigen Jahren im Keller weicher und vielschichtiger, eine Riserva wie Poggio all'Oro verträgt noch deutlich mehr Zeit. Einen jungen Brunello am besten eine Stunde vorher dekantieren.

Welches Essen passt zu Banfi Brunello di Montalcino?

Kräftige, herzhafte Küche: Bistecca, geschmortes Rind, Wildschweinragout, Pilzrisotto oder gereifter Pecorino. Säure und Tannin kommen mit Fett und Wild bestens zurecht.