Giacomo Borgogno Langhe Nebbiolo No Name 2023
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Beschreibung
Der Giacomo Borgogno Langhe Nebbiolo No Name 2023 ist weit mehr als nur ein Wein – er ist eine charmante Protesterklärung gegen übertriebenen Bürokratismus in der Weinwelt und zugleich eine moderne, zugängliche Interpretation großer Nebbiolo-Tradition. Ursprünglich als „weichere Barolo-Variante“ gedacht, hat dieser Wein schnell seine ganz eigene Identität entwickelt: tiefgründig, charaktervoll und doch deutlich früher trinkreif als viele seiner berühmten Vorbilder. Gewonnen aus einigen der besten Nebbiolo-Lagen der Langhe, vereint er historische Bedeutung mit einem sehr zeitgemäßen Trinkvergnügen.
Geschmacksprofil
Im Glas zeigt der No Name 2023 ein leuchtendes, mittelkräftiges Granatrot mit rubinroten Reflexen, typisch für einen jungen Nebbiolo. Die Farbe wirkt klar und präzise, mit gut sichtbaren Kirchenfenstern, die seine Struktur ankündigen.
In der Nase entfaltet sich ein komplexes Duftbild: reife rote Kirschen, Himbeeren und etwas Hagebutte werden von typischen Nebbiolo-Noten wie Veilchen, getrockneten Rosenblättern und einem Hauch Lakritz begleitet. Mit etwas Luft kommen Nuancen von Tabak, zarter Kräuterwürze und einem feinen Anklang von Unterholz und Teer hinzu, die an große Barolo erinnern, jedoch in einer offeneren, einladenden Form.
Am Gaumen präsentiert sich der Langhe Nebbiolo No Name 2023 trocken, mit saftiger, frischer Säure und feinkörnigen, noch jungen Tanninen, die dem Wein Struktur und Biss geben, ohne ihn hart wirken zu lassen. Die Frucht ist präzise und klar – Sauerkirsche, rote Johannisbeere und etwas Blutorange – unterlegt von würzigen und leicht balsamischen Noten aus der langen Holzreife. Der mittlere bis lange Nachhall ist elegant, mit anhaltender Frische und einem zarten, leicht herben Ausklang, der Lust auf den nächsten Schluck macht. Der Wein ist bereits jung sehr gut zugänglich, besitzt aber genug Substanz und Gerbstoffstruktur, um sich über die nächsten 6–8 Jahre weiter zu entwickeln und an Komplexität zu gewinnen.
Vinifikation
Die Trauben für den Langhe Nebbiolo No Name stammen aus ausgewählten Nebbiolo-Parzellen in der Langhe, einem der privilegiertesten Terroirs des Piemont. Kalkhaltige Mergelböden, Hügellagen und ein gemäßigtes, von Alpen und Meer beeinflusstes Klima sorgen für Weine mit klarer Aromatik, straffer Struktur und großer Finesse. Die Lese erfolgt selektiv und überwiegend von Hand, um nur gesundes und optimal reifes Traubenmaterial zu verarbeiten. Im Keller setzt Borgogno konsequent auf traditionelle Methoden: Die Fermentation erfolgt in Edelstahltanks, was die Reinheit der Frucht und die Typizität der Rebsorte bewahrt. Anschließend reift der Wein rund drei Jahre in großen, klassischen Eichenfässern („botti grandi“), die kaum aromatischen Einfluss nehmen, dafür aber die Tannine abrunden und dem Nebbiolo Zeit geben, seine Vielschichtigkeit zu entfalten. Das Ergebnis ist ein Wein, der klar die Handschrift des Hauses Borgogno trägt – traditionell, charakterstark und zugleich bewusst zugänglich.
Essen & Servieren
Der Giacomo Borgogno Langhe Nebbiolo No Name 2023 ist ein vielseitiger Speisenbegleiter, der besonders gut zu piemontesischen Klassikern wie Tajarin mit Ragù, Vitello Tonnato oder Brasato al Barolo passt. Ebenso harmoniert er ausgezeichnet mit geschmortem Rind oder Lamm, Wildgeflügel, Pilzgerichten, Trüffelpasta und reifem Hart- und Bergkäse (z. B. Parmigiano Reggiano, gereifter Castelmagno oder Comté). Servieren Sie ihn idealerweise bei 16–18 °C in bauchigen Gläsern, damit sich die komplexen Aromen voll entfalten können. Eine Karaffierung von 30–60 Minuten ist insbesondere in den ersten Jahren empfehlenswert, um die Tannine etwas zu glätten und die feinen Duftnuancen von Nebbiolo und Fassreife zu öffnen.
Produzent
Die Kellerei Giacomo Borgogno e Figli zählt zu den geschichtsträchtigsten Weingütern des Piemont und ist untrennbar mit der Historie des Barolo und Italiens selbst verbunden. Bereits im 19. Jahrhundert wurden Borgogno-Baroli bei bedeutenden Staatsakten serviert – so etwa 1861 beim Festmahl zur Feier der italienischen Einigung, ebenso wie beim offiziellen Besuch von Zar Nikolaus II. von Russland auf Schloss Racconigi. Seit 2008 befindet sich das Weingut im Besitz der Familie Farinetti, die die historischen Gebäude sorgfältig renoviert und zugleich die traditionelle, handwerkliche Weinbereitung konsequent weitergeführt hat. Borgogno gilt heute als einer der wichtigen Hüter der klassischen Barolo-Stilistik, der gleichzeitig mit Weinen wie dem „No Name“ zeigt, wie sich piemontesische Tradition mit einem zeitgemäßen, zugänglichen Stil und einem klaren Statement gegen übertriebenen Formalismus verbinden lässt.
Produktinformation
| Kategorie | Rotwein |
| Hersteller | Giacomo Borgogno e Figli |
| Jahrgang | 2023 |
| Land | Italien |
| Region | Piedmont |
| Rebsorte | Nebbiolo |
| Alkoholgehalt | 14,00 % |
| Inhalt | 750 ml |
| Passt zu | Käse, Schweinefleisch |
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