Sherry Fino Corrales Pago Balbaína 2024 (Peter Sisseck)
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Beschreibung
Der Sherry Fino Corrales Pago Balbaína ist Peter Sissecks radikale Neuinterpretation der vielleicht kultiviertesten Weißwein-Tradition Spaniens. Ausschließlich aus Palomino-Trauben einer einzelnen Lage erzeugt, präsentiert er Fino als großen, terroirgeprägten Weißwein – pur, unfiltriert und ganz auf Herkunft fokussiert. Diese Abfüllung stammt aus einer einzigen Saca im Frühling, wenn der Flor am aktivsten ist, und verbindet klassische Jerez-Handwerkskunst mit der Präzision, für die Sisseck weltweit berühmt ist.
Geschmacksprofil
Im Glas zeigt der Fino Corrales ein brillantes Strohgelb mit leicht goldenen Reflexen, dicht und klar, mit feiner Tränenbildung – bereits optisch eher „großer Weißwein“ als bloßer Aperitif. In der Nase wirkt er intensiv, aber glockenklar: Noten von Heu, grünen und leicht gelben Äpfeln, grünem Olivenfleisch, Mandeln und einem Hauch getrockneter Aprikose treffen auf Selleriesalz, Kamille und frische Hefenoten vom aktiven Flor. Dazu gesellt sich eine markante, kreidige Mineralität – wie nasser Kalkstein und eine Brise Meersalz – die an die Nähe zum Atlantik erinnert.
Am Gaumen ist der Wein trocken, tief und verblüffend geschmeidig für einen Fino: eine fast cremige, leicht buttrige Textur, die an sur‑lie ausgebaute große Weißweine erinnert, trifft auf eine vibrierende, salzige Spannung. Die Säure wirkt bewusst zurückgenommen, sodass feine Bitternoten, dezente Kräuteranmutungen und die Mandeligkeit klar hervortreten. Der Eindruck ist eine regelrechte „Salzwasserinjektion“ mit enormer Frische und Eleganz, die den Wein gefährlich trinkanimierend macht. Der lange, warme, cremige Nachhall zeigt nochmals Mandeln, Kreide, trockene Kräuter und Hefe. Durch die Abfüllung „en rama“ (unfiltriert, ungeschönt) besitzt dieser Fino ein bemerkenswertes Reifepotenzial: In den ersten 2–3 Jahren überwiegen Flor, Frische und Salzigkeit, danach entwickelt er zusehends nussigere, komplexere, fast jodige Noten und kann sich – kühl gelagert – über 8–10 Jahre faszinierend weiterentwickeln.
Vinifikation
Die Trauben stammen von der Lage Viña Corrales im historischen Pago Balbaína, einer der großen klassischen Crus von Jerez, nur wenige Kilometer vom Atlantik entfernt. Hier dominiert heller, poröser Albariza-Kalkboden, der Wasser speichert, die Wurzeln tief in den Untergrund zwingt und den Weinen diese typische salzige, kreidige Prägung verleiht. Die Reben sind rund 25–40 Jahre alt und werden traditionell, mit strenger Selektion im Weinberg gelesen. Im Keller wird die Palomino-Moste sehr behutsam ausgebaut; der Grundwein reift anschließend im kleinen, bewusst klein gehaltenen Solera-System mit nur 438 Fässern, von denen 150 die eigentliche Solera bilden und der Rest als Criaderas („Kinderstuben“) dienen. Die Ausbaustandzeit wurde bewusst um mehrere Jahre verlängert, um mehr Tiefe und Komplexität zu gewinnen. Abgefüllt wird nur einmal jährlich im späten Frühjahr, wenn der Flor seine größte Aktivität erreicht. Der Fino wird vollständig „en rama“ abgefüllt – weder geschönt noch filtriert –, wodurch die Textur dichter bleibt und das Terroir von Pago Balbaína unverfälscht ins Glas gelangt.
Essen & Servieren
Kulinarisch sollte man diesen Fino wie einen hochklassigen trockenen Weißwein denken: Hervorragend zu marinen Gerichten wie Austern, Miesmuscheln, Ceviche, marinierten Sardinen, Thunfisch-Tatar oder Jakobsmuscheln, aber auch großartig zu Jamón Ibérico, gesalzenen Mandeln, Manchego, gereiftem Ziegenkäse oder Tapas mit Oliven und eingelegtem Gemüse. Durch die cremige Struktur und die milde Säure harmoniert er zudem erstaunlich gut mit Gerichten der gehobenen Küche – etwa Geflügel in heller Sauce, Kalbstatar, feinen Gemüseterrinen oder Pilzgerichten. Ideal serviert wird er etwas wärmer als klassische Sherry-Empfehlungen: bei etwa 12–14 °C, gerne in einem großen Weißwein- oder Burgunderglas, damit sich die Komplexität entfalten kann. Eine kurze Belüftung von 15–20 Minuten oder ein vorsichtiges Dekantieren in eine kleine Karaffe schadet nicht – dieser Fino verhält sich eher wie ein großer Burgunder denn wie ein schneller Aperitif.
Produzent
Hinter diesem Wein steht kein Geringerer als Peter Sisseck, der aus Ribera del Duero mit Pingus Weinweltgeschichte geschrieben hat. Gemeinsam mit seinem langjährigen Mentor Carlos del Río González-Gordon sicherte er sich 2017 eine kleine, zuvor namenlose Bodega in Jerez sowie 10 Hektar Reben in zwei der berühmtesten Pagos: Viña Corrales in Balbaína und Viña La Cruz in Macharnudo Alto. Die Basis des aktuellen Solera-Systems wurde zuvor von Ramiro Ibáñez für Bodegas Juan Piñero betreut, einem der anerkanntesten Terroir‑Denker im Sherry-Gebiet. Sissecks erklärtes Ziel ist es, Sherry – insbesondere Fino – aus der Ecke des Massenprodukts herauszuholen und als das zu zeigen, was er sein kann: Spaniens kultivierteste Weißweinform. Mit streng limitierter Produktion, konsequenter „en rama“-Abfüllung und Lagenfokus prägt dieses Projekt die Diskussion um die Zukunft von Jerez bereits jetzt und gilt unter Kennern als eine der spannendsten Entwicklungen der Region.
Produktinformation
| Kategorie | Süßwein |
| Hersteller | Sherry Fino |
| Land | Spanien |
| Rebsorte | Palomino |
| Alkoholgehalt | 15,00 % |
| Inhalt | 750 ml |
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