Japanischer Whisky hat sich in zwei Jahrzehnten von einer Kuriosität zu einer der gesuchtesten Kategorien überhaupt entwickelt. Präzision, Zurückhaltung und eine eigene Fasskultur. Hier finden Sie unsere Auswahl, von Nikka bis zu kleinen Brennereien auf Hokkaido.
Seit 2021 gibt es endlich eine Definition
Lange war Japanischer Whisky ein Etikett ohne Regeln. Flaschen mit japanischer Aufmachung konnten schottisches oder kanadisches Destillat enthalten, in Japan lediglich abgefüllt. Für Käufer war kaum erkennbar, was tatsächlich in der Flasche war.
Am 16. Februar 2021 verabschiedete die Japan Spirits & Liqueurs Makers Association Standards für die Bezeichnung Japanischer Whisky, gültig ab dem 1. April 2021. Sie verlangen: Malz muss enthalten sein, das Wasser aus Japan stammen, Maischen, Gärung und Destillation in einer japanischen Brennerei erfolgen, die Destillation bei maximal 95 Prozent Alkohol enden und die Reifung mindestens drei Jahre in Holzfässern von höchstens 700 Litern in Japan stattfinden.
Diese Standards sind kein Gesetz, sondern eine Selbstverpflichtung der Branche. Sie werden aber von den großen Häusern eingehalten und gelten inzwischen als faktische Definition. Ältere Flaschen aus der Zeit davor sind entsprechend mit Vorsicht zu betrachten.
Woran man japanischen Stil erkennt
Die japanische Whiskyproduktion entstand nach schottischem Vorbild, entwickelte aber eigene Züge. Der auffälligste ist die Vielfalt innerhalb einer einzigen Brennerei: Wo in Schottland Häuser untereinander tauschen, muss eine japanische Brennerei ihre Bandbreite selbst erzeugen, mit unterschiedlichen Brennblasenformen, Hefen und Fasstypen.
Der zweite ist das Holz. Mizunara, japanische Eiche, ist porös und schwer zu verarbeiten, gibt dem Whisky aber Sandelholz-, Weihrauch- und Kokosnoten, die es sonst nirgends gibt. Insgesamt fällt der Stil klarer und weniger torfig aus als bei schottischem Whisky, mit Betonung auf Balance statt Wucht.
Die Brennereien in unserer Auswahl
Nikka bildet den Kern unseres Sortiments, das Haus von Masataka Taketsuru, der die Whiskyherstellung in Schottland lernte und 1934 Yoichi auf Hokkaido gründete. Die Nikka-Abfüllungen sind der beste Einstieg in die Kategorie und beginnen bei rund 44 Euro.
Mars Whisky aus der Brennerei Shinshu in den japanischen Alpen steht für eine leichtere, alpine Interpretation. Die Akkeshi Distillery auf Hokkaido gehört zur neuen Generation kleiner Häuser, die seit den 2010er Jahren entstanden sind, mit Abfüllungen bis rund 370 Euro. Weitere Spirituosen aus Japan wie Sake, Shochu und Umeshu finden Sie ebenfalls bei uns.
Häufige Fragen zu japanischem Whisky
Was macht Whisky zu japanischem Whisky?
Seit April 2021 gilt: Malz im Getreideanteil, japanisches Wasser, Maischen, Gärung und Destillation in Japan, Destillation unter 95 Prozent Alkohol und mindestens drei Jahre Reifung in Japan in Fässern bis 700 Liter.
Warum ist japanischer Whisky so teuer?
Weil die Nachfrage seit den internationalen Auszeichnungen ab 2003 explodiert ist, während die Lagerbestände auf eine viel kleinere Nachfrage geplant waren. Mehrere Häuser haben ihre Altersangaben deshalb zeitweise ganz vom Markt genommen.
Was ist Mizunara-Eiche?
Japanische Eiche, die als Fassholz sehr aufwendig ist, weil sie porös ist und leicht undicht wird. Sie gibt dem Whisky charakteristische Noten von Sandelholz, Weihrauch und Kokos.
Ist japanischer Whisky torfig?
Meist nicht. Es gibt getorfte Abfüllungen, etwa aus Yoichi, aber der typische Stil ist klar, präzise und wenig rauchig, deutlich zugänglicher als ein Islay-Malt.
Womit sollte man anfangen?
Mit einer Standardabfüllung von Nikka im mittleren zweistelligen Bereich. Sie zeigt den Stil, ohne dass man für Raritätenzuschläge zahlt, und lässt sich gut gegen einen schottischen Malt derselben Preisklasse verkosten.