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Billecart-Salmon Champagner kommt aus einem der wenigen großen Häuser der Champagne, die noch in Familienbesitz sind, und aus einem der präzisesten. Gegründet wurde es 1818 in Mareuil-sur-Aÿ, als Nicolas François Billecart Élisabeth Salmon heiratete und die beiden das Haus gemeinsam mit ihrem Bruder Louis Salmon aufbauten, der Önologe war. Seit 2019 führt Mathieu Roland-Billecart das Haus in der siebten Generation. Die drei Vornamen kehren auf den Etiketten der Prestigecuvées wieder, denn das Haus hat sie nach seinen eigenen Gründern benannt.

Was Billecart-Salmon Champagner im Keller anders macht

Die Antwort ist eine Technik aus dem Jahr 1952, die das Haus doppelte Kaltklärung nennt. Der Most steht zunächst zwölf Stunden, damit sich das schwerste Trubmaterial absetzt, wird dann in saubere Tanks abgezogen und 48 Stunden auf zwei Grad gekühlt. Das entfernt Wildhefen und die letzten Trubstoffe ohne Enzyme, Filtration oder Zentrifuge. Danach gärt der Wein langsam und kühl im Stahltank, bis zu fünf Wochen. Genau darin liegt die Klarheit und die helle, fast durchsichtige Frucht, an der man das Haus erkennt.

Brut Réserve, Sous Bois und das laufende Sortiment

Brut Réserve ist der Einstieg und reift 36 Monate im Keller, bevor er das Haus verlässt. Daneben stehen Brut Rosé, der berühmteste Wein des Hauses, mit seinem hellen Lachston und den kleinen roten Beeren, Blanc de Blancs Grand Cru aus reinem Chardonnay und Brut Sous Bois, der im Holzfass vergoren wurde und deshalb der breiteste und gastronomischste der Reihe ist. Dazu kommen Brut Nature ganz ohne Dosage, Extra Brut und Le Réserve, mehrere davon auch als Magnum. Die Preise beginnen bei 51 Euro.

Die Prestigecuvées Nicolas François, Elisabeth Salmon und Louis

Hier wird die Familiengeschichte konkret. Cuvée Nicolas François trägt den Namen des Gründers und ist der klassische Jahrgangschampagner des Hauses aus Pinot Noir und Chardonnay, hier in 2007, 2008 und 2012. Cuvée Elisabeth Salmon ist der Rosé und heißt nach seiner Frau, mit den Jahrgängen 2007, 2008, 2012 und 2013. Cuvée Louis Salmon ist Blanc de Blancs und nach dem Schwager benannt, der den Wein gemacht hat, mit 2008, 2009, 2012 und 2013. Denselben Jahrgang in drei Farben nebeneinander zu haben, ist selten. Es war übrigens die Cuvée Nicolas François 1959, die 1999 unter 150 der besten Flaschen des 20. Jahrhunderts zum Champagner des Jahrtausends gewählt wurde.

Clos Saint-Hilaire und die großen Flaschen

Clos Saint-Hilaire ist die von Mauern umgebene Einzellage des Hauses in Mareuil-sur-Aÿ, bestockt mit reinem Pinot Noir und im Fass vergoren. Die Parzelle wird mit Arbeitspferden und weidenden Schafen bewirtschaftet. Der Jahrgang 2005 steht hier. Daneben finden sich Vintage 2009 und 2013 als Doppelmagnum, Nicolas François 2008 und Cuvée Elisabeth Rosé 2008 als Magnum sowie die Cuvée 200, die das Haus zu seinem eigenen 200-jährigen Bestehen 2018 gefüllt hat.

Weiter geht es in der Region über Champagner, die pinotbetonten Stile unter Blanc de Noirs Champagner, die Rebsorten Chardonnay und Pinot Noir sowie das größere Feld unter Schaumwein.

Häufige Fragen zu Champagner von Billecart-Salmon

Mit welchem Billecart-Salmon fängt man an?

Mit dem Brut Réserve. Er ist die günstigste Flasche des Hauses, zeigt den Stil mit frischer Apfelfrucht und feiner Perlage deutlich, und die 36 Monate im Keller geben ihm die brotige Tiefe, die ihn über einen Aperitif hinaushebt.

Warum ist der Brut Rosé so bekannt?

Weil er einen Stil getroffen hat, dem die übrige Champagne seither nachjagt. Er ist sehr hell in der Farbe, mit einem Anteil stillen Pinot Noir verschnitten, und die kalte langsame Gärung hält die Frucht bei Erdbeere und weißem Pfirsich, statt sie ins Konfitürige zu ziehen.

Was unterscheidet Nicolas François von Cuvée Louis Salmon?

Die Rebsorten. Nicolas François ist eine Assemblage aus Pinot Noir und Chardonnay mit Körper und Struktur fürs Essen. Cuvée Louis Salmon ist reiner Chardonnay, also Blanc de Blancs, und damit straffer, zitrischer und mineralischer. Elisabeth Salmon ist der Rosé derselben Prestigeklasse.

Was ist Brut Sous Bois?

Die Cuvée, bei der der gesamte Wein im Holzfass statt im Stahltank vergoren wurde. Das gibt mehr Breite, einen nussigen Ton und einen Champagner, der ein ganzes Menü begleitet.

Wie lange kann man sie lagern?

Brut Réserve und Brut Rosé trinken sich jetzt und in den kommenden fünf bis acht Jahren gut. Die Jahrgangscuvées haben leicht ein Jahrzehnt mehr vor sich, in der Magnum noch länger.