Moscato d'Asti ist der leichte, süße und sanft perlende Weißwein des Piemont, gekeltert aus Moscato Bianco und duftend nach Pfirsich, Holunderblüte, Salbei und reifen Trauben. Mit 4,5 bis 6,5 Prozent Alkohol und einer zarten Perlage passt er ebenso gut zum Obstdessert wie zu einem Sommernachmittag auf der Terrasse.
Was ist Moscato d'Asti?
Moscato d'Asti stammt aus den Hügeln im Südosten des Piemont und wird in gut fünfzig Gemeinden der Provinzen Asti, Cuneo und Alessandria erzeugt. Das Gebiet wurde 1967 DOC und 1993 DOCG und teilt sich die Herkunftsbezeichnung mit dem Asti Spumante. Beide entstehen aus Moscato Bianco, sind aber ganz unterschiedlich aufgebaut. Die Rebsorte heißt auch Moscato Bianco di Canelli und gehört zur alten Muskatfamilie, mehr dazu unter Muskateller.
Innerhalb der Appellation gibt es die Unterzonen Santa Vittoria d'Alba und Strevi. Canelli, lange die bekannteste Unterzone, ist seit 2023 eine eigene DOCG. Die größte Tradition liegt in Dörfern wie Castagnole delle Lanze, Santo Stefano Belbo und Mango, wo steile, kalkhaltige Hänge aromatische Trauben mit frischer Säure liefern.
So entsteht Moscato d'Asti: kalte Gärung und feine Perlage
Das Besondere am Moscato d'Asti ist, dass die Gärung lange vor dem vollständigen Vergären des Zuckers gestoppt wird. Der Most wird bis zur Gärung fast am Gefrierpunkt gehalten. Hat der Wein rund fünf Prozent Alkohol erreicht, wird die Gärung durch Kühlung und Filtration beendet. So bleibt eine natürliche Restsüße, viel Traubenaroma und nur die Kohlensäure, die die Gärung selbst gebildet hat.
Der Druck darf höchstens 2,5 bar betragen, der Wein ist also frizzante und kein voller Schaumwein. Deshalb wird er meist mit einem normalen Korken verschlossen, während Asti Spumante mehr Druck, mindestens sechs Prozent Alkohol und einen Sektkorken hat. Wer den schäumenden, etwas kräftigeren Stil sucht, findet ihn unter Asti und Asti Spumante.
Erzeuger und Weine, die man kennen sollte
La Spinetta aus Castagnole delle Lanze ist ein guter Einstieg, etwa mit dem Biancospino. Das ganze Sortiment des Hauses finden Sie unter La Spinetta. Fontanafredda steht für zwei Klassiker, Moncucco und Le Fronde, und Vite Colte füllt La Gatta ab.
Viele große Barolo-Häuser keltern ebenfalls einen Moscato d'Asti, oft als hellen, frischen Gegenpol zu ihren Rotweinen: Massolino, Vajra, Vietti, Oddero, Prunotto, Ceretto mit I Vignaioli di Santo Stefano, Poderi Marcarini, Scarpa und Michele Chiarlo mit Nivole. Von kleineren Familienbetrieben kommen Paolo Saracco, Ca' d'Gal mit Lumine, Elio Perrone mit Sourgal, Montaribaldi mit Righeij, Enrico Serafino mit Erianthe, Cantine Povero mit Campo del Palio, Angelo Negro, Cascina Ghercina, Tre Secoli und Fratelli Antonio & Raimondo. Einige Weine gibt es auch als halbe Flasche, ideal für ein Dessert zu zweit.
Moscato d'Asti zum Essen und richtig servieren
Servieren Sie den Wein gut gekühlt bei etwa sechs bis acht Grad und trinken Sie ihn jung, solange die Frucht frisch ist. Der niedrige Alkohol und die Süße machen ihn zum natürlichen Begleiter von Obstdesserts: Erdbeeren, Pfirsich, Aprikosentarte, Zitronenkuchen, Panettone und Mandelgebäck. Er passt auch überraschend gut zum Brunch, zu frischem Obst mit Ricotta oder als Aperitif an einem warmen Tag.
Suchen Sie etwas Kräftigeres zu Käse und dunkler Schokolade, schauen Sie bei den süßen Weinen unter Dessertwein vorbei, oder entdecken Sie den Rest des Piemont, von Barolo und Barbaresco bis Barbera.
Häufige Fragen zu Moscato d'Asti
Ist Moscato d'Asti süß?
Ja. Weil die Gärung früh gestoppt wird, hat der Wein eine deutliche natürliche Restsüße. Die frische Säure sorgt aber dafür, dass er leicht und nicht schwer schmeckt.
Was ist der Unterschied zwischen Moscato d'Asti und Asti Spumante?
Beide werden aus Moscato Bianco innerhalb derselben DOCG erzeugt. Moscato d'Asti perlt sanft mit höchstens 2,5 bar Druck und rund fünf Prozent Alkohol, Asti Spumante ist voll schäumend und alkoholreicher.
Wie viel Alkohol hat Moscato d'Asti?
Vorgeschrieben sind mindestens 4,5 und höchstens 6,5 Prozent Alkohol. Die meisten Weine liegen bei etwa fünf Prozent.
Kann man Moscato d'Asti lagern?
Am besten trinkt man ihn ein bis zwei Jahre nach der Lese, wenn der Duft nach Pfirsich und Blüten am intensivsten ist. Mit dem Alter wird er honigartiger, verliert aber etwas von seiner Frische.