
Sommelier & Restaurantmanager Schlosshotel Fleesensee
San Guido Guidalberto 2023
Italien, Toskana
95/100
Gesamtbewertung
4/5
Preis-Leistungs-Verhältnis
46,00 €
55,50 €
915,00 €/Stück
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Château Rayas Châteauneuf-du-Pape Reserve Blanc 2005 aus Clairette und Grenache Blanc zeigt die Rhône heute reif von ihrer stillen, sandgeprägten Seite. Diese Flasche spricht eher leise. Aprikose, Quitte und weißer Pfeffer wirken gereift und klar. Das alte große Holz sitzt im Hintergrund. Rayas in Weiß bleibt rar, eigen und sehr persönlich.
Über den Wein
Der Château Rayas Châteauneuf-du-Pape Reserve Blanc 2005 stammt aus einer der ungewöhnlichsten weißen Ecken der südlichen Rhône. Clairette und Grenache Blanc stehen hier auf Sand und galets roulés. Dieses Bodenbild passt zu Rayas, dessen Châteauneuf-du-Pape immer stärker über Feinheit als über reine Kraft spricht. Die weiße Reserve bleibt bei diesem Haus eine kleine, kostbare Nebenrolle neben den berühmten roten Weinen. Der Jahrgang 2005 gibt der Cuvée heute eine reife gelbe Frucht und eine kühle Ader. Man spürt eher Quittenhaut und Kräuterstaub als breite Tropenfrucht.
Im Keller liegt der Akzent auf dem Ausbau in alten großen Fudern. Das Holz wirkt hier wie ein ruhiger Raum für die Textur. Die trockene Cuvée trägt 13,5 % Alkohol und zeigt nach zwei Jahrzehnten eine sehr eigene Balance aus Fülle, Würze und heller Spannung. In dieser 2005er Flasche treten Backgewürze und Bienenwachs neben die Frucht. Der Wein riecht nach einem alten Rayas-Keller, nach Holzstaub, Steinobstschale und warmer Luft über Sand. Am Rand des Glases bleibt ein Duft von Quittenhaut und Honigblüte.
Geschmacksprofil
Im Duft zeigt der Château Rayas Châteauneuf-du-Pape Reserve Blanc 2005 getrocknete Aprikose, gelbe Quitte, Honigblüte und eine feine Spur von altem Fuderholz. Am Gaumen ist der Wein voll und ruhig, die Säure zieht eine klare Linie durch die reife Frucht und hält den Nachhall hell. Weißer Pfeffer, helle Backgewürze und etwas Mandelschale geben der Clairette und dem Grenache Blanc eine herbe, fast salzige Kante. Die Reife hat die Aromen eng verwoben, besonders im langen Finale mit Aprikosenkern, Fenchelsamen und einem Hauch von Wachs. Trinkfenster: 2025 bis 2035.
Essen & Servieren
Zu diesem gereiften Rayas Reserve Blanc 2005 würde ich Steinbutt mit brauner Butter, Zitrone und jungen Fenchelsamen servieren. Eine Brandade de morue aus Nîmes bringt Salz, Kartoffelcreme und Olivenöl an den Tisch, der Wein antwortet mit Quitte und weißem Pfeffer. Auch Poularde mit Morcheln und hellem Jus greift die ruhige Fülle des alten Fuder-Ausbaus sehr schön auf. Bei Käse denke ich an lange gereiften Comté oder Tomme de brebis, deren nussige Rinde die Wachsnoten und Backgewürze dieser seltenen weißen Rayas-Flasche aufnimmt.
Produzent
Château Rayas besitzt in Châteauneuf-du-Pape einen eigenen Pulsschlag: sandige Parzellen, stille Kellerarbeit und Weine, die oft leiser auftreten als ihr Ruf vermuten lässt. Das Haus wurde über Jahrzehnte stark mit Jacques Reynaud verbunden, dessen eigenwilliger Blick auf Grenache und weiße Rhône-Sorten bis heute in Gesprächen über Rayas mitschwingt. Seit Ende der 1990er Jahre führt Emmanuel Reynaud das Gut und betreut auch Château de Fonsalette sowie Château des Tours, deren Flaschen unter Sammlern oft im selben Atemzug genannt werden. Der konkrete Rayas-Fingerabdruck liegt in den sandigen Böden des Guts, die in Châteauneuf-du-Pape eine andere Stimme haben als die berühmten Felder voller galets roulés. Bei der Reserve Blanc wird diese Stimme besonders deutlich, da Clairette und Grenache Blanc hier keine laute Fruchtwand bauen und nach Reife eher nach Wachs, Quitte und hellem Gewürz riechen. Auf alten Flaschen steht der Name Rayas in schlichter Schrift, fast leiser als die Erwartung, die schon beim Öffnen der Kapsel im Raum steht.
| Kategorie | Weißwein |
| Hersteller | Château Rayas |
| Jahrgang | 2005 |
| Land | Frankreich |
| Region | Rhône |
| Bezirk | Châteauneuf-du-Pape |
| Rebsorte | Clairette, Grenache Blanc |
| Alkoholgehalt | 13,5 % |
| Inhalt | 750 ml |
| Bodentyp | Sand, Rollkiesel |
| Reifung | In alten großen Eichenfudern gereift |
| Restzucker | trocken |
| Geschmacksnoten | Aprikose, Weißer Pfeffer, Quitte, Geißblatt, Backgewürze |
| Verkostungsnotizen | Vollmundig mit großer Säure und Fülle. Ein Wein im kühlen Klimastil mit etwas Strenge, aber bewundernswerter Feinheit und Leichtigkeit, ganz im Einklang mit dem Stil früherer Weine von Jacques Reynaud. |
| Passt zu | Fisch, Meeresfrüchte, Geflügel, gereifter Käse, weißes Fleisch |
| Trinkfenster | 2025–2035 |
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