Benjamin Leroux ist der Winzer aus Beaune, der heute zu den spannendsten Namen im Burgund zählt. Er keltert weißen und roten Burgunder von der Côte de Beaune und der Côte de Nuits, vom Bourgogne Aligoté bis zum Bâtard-Montrachet und Chambertin Grand Cru, in einem Stil mit klarer Frucht, präziser Säure und wenig neuem Holz.
Benjamin Leroux: vom Domaine du Comte Armand zum eigenen Haus in Beaune
Leroux wurde 1975 in Beaune geboren, in einer Familie ohne eigene Weinberge: Seine Eltern führten ein Blumengeschäft. Mit fünfzehn ging er an die Weinbauschule in Beaune, danach folgten Stationen bei Cos d'Estournel in Bordeaux, Domaine Drouhin in Oregon und Louis Jadot. Mit 24 Jahren wurde er Régisseur der Domaine du Comte Armand in Pommard und verantwortete dort fünfzehn Jahrgänge.
2007 gründete er nebenher sein eigenes Haus, untergebracht in einem Teil der alten Kellerei von Jaboulet-Vercherre in Beaune, einem Gebäude von 1898. Nach 2014 verließ er Comte Armand und widmet sich seitdem ganz den eigenen Weinen.
Micro-Négociant mit der Arbeitsweise einer Domaine
Benjamin Leroux vinifiziert rund 30 Hektar, etwa acht davon bewirtschaftet sein eigenes Team. Diese Flächen werden von Anfang an ökologisch bearbeitet, ergänzt um biodynamische Präparate, und sind seit 2016 zertifiziert. Der Rest stammt von Winzern, mit denen er langfristig zusammenarbeitet. Anders als ein klassischer Négociant kauft er ausschließlich Trauben, nie Most oder fertigen Wein, sodass jeder Schritt der Vinifikation in seinem eigenen Keller stattfindet.
Die Weißweine werden als ganze Trauben gepresst, spontan in Tank, Fass oder Foudre vergoren und 12 bis 22 Monate ausgebaut. Seit 2019 verschließt er sie mit Diam-Korken, um vorzeitiger Oxidation vorzubeugen. Die Rotweine erhalten je nach Jahrgang und Cuvée bis zu 30 Prozent Ganztrauben, der Anteil neuer Fässer liegt bei höchstens 30 Prozent. So bleiben die Unterschiede zwischen den Dörfern und Lagen deutlich schmeckbar.
Burgunder von Benjamin Leroux: Dorfweine, Premier Cru und Grand Cru
Bei den Weißweinen reicht die Auswahl vom Bourgogne Blanc und Bourgogne Aligoté über Auxey-Duresses Blanc und Saint-Romain Sous le Château bis zum Meursault Villages. Damit lässt sich Chardonnay aus kühleren und wärmeren Lagen der Côte de Beaune gut vergleichen. An der Spitze steht der Bâtard-Montrachet Grand Cru in der Magnum, aus einer eigenen Parzelle von 0,16 Hektar, gepflanzt 1960.
Rot führt die Linie vom Bourgogne Rouge über Savigny-lès-Beaune und Savigny-lès-Beaune 1er Cru Les Hauts Jarrons, Nuits-Saint-Georges und Gevrey-Chambertin bis zum Charmes-Chambertin Grand Cru und zum Chambertin Grand Cru in der Magnum.
La Pièce sous le Bois: eine Lage, zwei Appellationen
Oberhalb von Meursault liegt La Pièce sous le Bois, wo Leroux seit 2017 arbeitet. Der obere Teil ist 1953 mit Chardonnay bepflanzt worden und ergibt Meursault 1er Cru, der Pinot Noir aus dem unteren Teil wird als Blagny 1er Cru abgefüllt. Der Rote wird entrappt und ohne neues Holz ausgebaut. Beide Farben sind hier vertreten, sodass sich derselbe Hang in Weiß und Rot probieren lässt.
Mehr aus der Region finden Sie unter Burgund, weitere Weine aus Meursault und Gevrey-Chambertin, Rotweine aus Pommard, wo Leroux seine ersten fünfzehn Jahrgänge machte, sowie die Rebsorte Chardonnay.
Häufige Fragen zu Benjamin Leroux
Ist Benjamin Leroux eine Domaine oder ein Négociant?
Beides. Rund acht Hektar bewirtschaftet er selbst, für den Rest kauft er Trauben von festen Partnern. Weil er nie Most oder fertigen Wein zukauft, ähnelt seine Arbeit eher der einer Domaine als der eines traditionellen Handelshauses.
Mit welchem Wein von Benjamin Leroux sollte man anfangen?
Bourgogne Blanc und Bourgogne Rouge zeigen den Hausstil sehr klar. Der Bourgogne Aligoté ist der frischeste und geradlinigste Weiße, Auxey-Duresses Blanc und Savigny-lès-Beaune gehen einen Schritt weiter in Struktur und Tiefe.
Wie lange lassen sich die Weine lagern?
Die Dorfweine sind nach einigen Jahren zugänglich und halten in guten Jahrgängen gut ein Jahrzehnt. Premier Cru und Grand Cru, besonders Chambertin und Bâtard-Montrachet in der Magnum, profitieren von längerer Reife.
Sind die Weine biologisch?
Die eigenen Weinberge werden ökologisch bewirtschaftet und sind seit 2016 zertifiziert. Die zugekauften Trauben stammen aus integriertem Anbau (lutte raisonnée) sowie aus ökologischer und biodynamischer Bewirtschaftung.