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Domaine William Fèvre gehört zu den großen Namen im Chablis und ist einer der größten Besitzer von Grand-Cru-Lagen der Appellation. Die Chablis-Weine sind trocken, straff und mineralisch: reiner Chardonnay von kalkreichen Hängen, mit leichter Hand ausgebaut, damit jede Lage für sich sprechen kann.

William Fèvre: Geschichte und Grand-Cru-Lagen im Chablis

Die Familie Fèvre baut seit Generationen Wein im Chablis an, doch erst William Fèvre gründete Ende der 1950er Jahre das Weingut, das heute seinen Namen trägt (zunächst als Domaine de la Maladière). Aus etwa sieben Hektar wuchs es Parzelle um Parzelle in die besten Lagen hinein. Heute bewirtschaftet die Domaine rund 70 Hektar, davon gut 15 Hektar Grand Cru. Sie ist in sechs der sieben Grand-Cru-Lagen vertreten, die alle auf einem nach Südwesten ausgerichteten Hang am rechten Ufer des Serein in der Gemeinde Chablis liegen.

Als William Fèvre sich 1998 zurückzog, übernahm das Champagnerhaus Henriot das Gut. 2022 ging die Henriot-Gruppe an Artémis Domaines, und seit Januar 2024 gehört die Domaine den Domaines Barons de Rothschild (Lafite), dem Haus hinter Château Lafite Rothschild. Geleitet wird die Domaine seit 1998 von Didier Séguier, der zuvor bei Bouchard Père & Fils in Beaune gearbeitet hatte.

Der Stil von William Fèvre: Chablis mit wenig Holz und klarer Mineralität

Früher setzte das Haus, untypisch für Chablis, auf neue Eiche. Séguier kehrte zum klassischen Stil zurück. Er kauft Barriques von der Côte d'Or, die bereits ein oder zwei Jahrgänge hinter sich haben, und hält sie rund acht Jahre im Einsatz, sodass die Fässer im Schnitt etwa fünf Jahre alt sind. Seit 2006 wird der Großteil der Rebfläche ökologisch bewirtschaftet, und ab dem Jahrgang 2023 sind die Weine biozertifiziert.

Im Glas zeigt sich Chablis, wie er sein soll: Zitrus, grüner Apfel, weiße Blüten und ein salziger, steiniger Ton vom Kimmeridge-Boden, einem Gemisch aus Kalkstein, Mergel und fossilen Austernschalen. Premier und Grand Cru bringen mehr Fülle und Tiefe, ohne die Spannung zu verlieren. Kaum ein Erzeuger zeigt klarer, was Chardonnay in kühlem Klima leisten kann.

Premier Cru von William Fèvre: Vaulorent, Montée de Tonnerre und Fourchaume

Vaulorent ist ein Teil von Fourchaume und grenzt direkt an den Grand Cru Les Preuses. Als einziger Premier Cru liegt er am selben Hang wie die Grands Crus, und Fèvre ist dort der größte Besitzer. Montée de Tonnerre zählt zu den besten Premier-Cru-Lagen des Chablis und liefert einen straffen, mineralischen Wein, während Fourchaume runder und offener ausfällt. Montmains, Vaillons, Beauroy und Les Lys ergänzen die Auswahl, der einfache Chablis ist der Einstieg in den Hausstil. Mehr Erzeuger finden Sie unter Chablis.

Grand Cru Chablis von William Fèvre: Les Clos, Valmur, Les Preuses, Vaudésir und Bougros

Les Clos ist die größte und oft kraftvollste Grand-Cru-Lage und braucht Zeit im Keller. Valmur ist dicht und elegant, Les Preuses duftiger und blumiger, Vaudésir fein und vielschichtig. In Bougros besitzt Fèvre mehr als die Hälfte der Lage, dazu die Côte Bouguerots, eine kleine, sehr steile Parzelle zum Serein hin, die separat abgefüllt wird und einen konzentrierten, salzigen Wein ergibt. Les Clos gibt es auch als Jeroboam mit drei Litern.

Eine Besonderheit ist der Saint-Bris: Die kleine Appellation südwestlich von Chablis ist die einzige im Burgund, in der Weißwein aus Sauvignon Blanc erlaubt ist. Fèvre baut ihn im Edelstahl aus, frisch und aromatisch mit Noten von schwarzer Johannisbeere und Buchsbaum. Mehr Weine der Region finden Sie unter Burgund.

Häufige Fragen zu Domaine William Fèvre

Ist Domaine Fèvre dasselbe wie William Fèvre?

Nein. Weine mit dem Etikett „Domaine Fèvre“ stammen von Nathalie und Gilles Fèvre, einem eigenständigen Familienweingut im Chablis, das Mitte der 2000er Jahre entstand. Gleicher Name, aber ein anderer Erzeuger.

Gibt es William Fèvre auch aus Chile?

Ja. Viña William Fèvre im Maipo-Tal entstand 1991 als Partnerschaft von William Fèvre mit Victor Pino, bekannt für Linien wie Espino und La Misión. Diese Seite zeigt nur die Weine der Domaine aus Chablis und Saint-Bris.

Wie lange kann man die Weine lagern?

Den einfachen Chablis trinkt man jung. Premiers Crus profitieren von einigen Jahren im Keller, und Grands Crus können sich in guten Jahrgängen zehn Jahre und länger entwickeln.

Welches Essen passt zu Chablis?

Austern und Meeresfrüchte sind der Klassiker, dazu gegrillter weißer Fisch und Ziegenkäse. Ältere Grands Crus passen zu Brathähnchen und cremigen Fischgerichten.