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Egly-Ouriet ist einer der Namen, bei denen am Tisch alle aufschauen, wenn die Flasche kommt. Es ist kein Champagnerhaus, sondern ein Winzer in Ambonnay an der Montagne de Reims, wo Francis Egly die Lagen der Familie in vierter Generation bewirtschaftet. Er verkauft keine Trauben weiter und kauft nichts zu. Alles kommt von seinen eigenen zwanzig Hektar, und genau deshalb ist der Stil so unverkennbar: dichter, weiniger Champagner mit Kraft genug, um wie ein Weißwein getrunken zu werden.

Ambonnay, Verzenay und Bouzy in Grand Cru

Acht der zwanzig Hektar liegen in Ambonnay, dazu kommen zwei Hektar in Bouzy und zwei in Verzenay. Alle drei sind Grand-Cru-Gemeinden im Kernland des Pinot Noir, und die Rebfläche verteilt sich auf etwa 70 Prozent Pinot Noir und 30 Prozent Chardonnay. Die Ausnahme sind zwei Hektar Premier Cru in Vrigny, ausschließlich mit Pinot Meunier bestockt und separat gefüllt. Bisseuil, ebenfalls Premier Cru, kommt hinzu. Für einen Winzer dieser Größe ist das eine ungewöhnliche Sammlung von Lagen.

Warum Egly-Ouriet Champagner so schmeckt, wie er schmeckt

Drei Dinge. Die Weine vergären im Holzfass und nicht im Stahltank, was Breite und einen nussigen Ton statt scharfer Kanten gibt. Sie liegen sehr lange auf der Hefe, meist drei bis sieben Jahre, wo das Gesetz nur fünfzehn Monate verlangt, und daher kommt die brotige, fast samtige Textur. Und bei der Degorgierung wird nur sehr wenig Zucker zugesetzt, sodass die Frucht ohne Süße im Vordergrund steht. Zusammen ergibt das Champagner, der sich wie ein großer weißer Burgunder mit Perlage verhält.

Die Cuvées von Les Prémices bis Les Crayères

Les Prémices ist der Einstieg und die zugänglichste der Reihe, hier auch als Magnum. Brut Grand Cru und Tradition Grand Cru sind die festen Bruts aus den Ambonnay-Lagen, Vignes de Vrigny ist die Meunier-Flasche, rund und würzig, und Vignes de Bisseuil kommt aus dem Premier Cru im Osten. Brut Rosé gibt es als Flasche und als Magnum. Ganz oben stehen Les Crayères Grand Cru Blanc de Noirs Vieilles Vignes, reiner Pinot Noir von alten Reben mit 72 Monaten auf der Hefe, dazu Blanc de Noirs V.V. und die Jahrgänge Millésime von 2008 bis 2016. Die Preise beginnen bei 76 Euro.

Ambonnay Rouge, Stillwein aus der Champagne

Das ist die überraschendste Ecke des Sortiments. Coteaux Champenois ist die Appellation für die stillen Weine der Champagne, und Egly-Ouriet macht daraus einen Roten aus Ambonnay-Pinot ganz ohne Perlage. Hier stehen die Jahrgänge 2018, 2019, 2022 und 2023, der älteste als Cuvée des Grands Côtés Vieilles Vignes. Ein heller, kühler und sehr burgundisch geschnittener Rotwein aus einer Region, die die meisten nur mit Schaumwein verbinden.

Weiter geht es über Champagner, die pinotbetonten Flaschen unter Blanc de Noirs Champagner, die Rebsorten Pinot Noir und Chardonnay sowie das größere Feld unter Schaumwein.

Häufige Fragen zu Egly-Ouriet Champagner

Was bedeutet Winzerchampagner?

Dass der Wein von dem gemacht wird, der die Trauben auch angebaut hat. Die großen Häuser kaufen den Großteil ihrer Frucht bei tausenden Winzern. Egly-Ouriet baut selbst an, und deshalb schmeckt man Jahr für Jahr genau diese Lagen in Ambonnay statt eines Hausstils, der immer dasselbe treffen soll.

Mit welchem Egly-Ouriet fängt man an?

Mit Les Prémices. Er ist der günstigste und einfachste Weg in den Stil und zeigt die weinige Breite und die niedrige Dosage, auf denen das übrige Sortiment aufbaut. Danach ist Brut Grand Cru der nächste logische Schritt.

Was ist Les Crayères?

Eine Einzellage in Ambonnay mit alten Pinot-Noir-Reben, gefüllt als Blanc de Noirs, also weißer Champagner ausschließlich aus blauen Trauben. Er bekommt 72 Monate auf der Hefe und ist die konzentrierteste und gesuchteste Flasche des Hauses.

Warum ist Egly-Ouriet so teuer?

Weil die Mengen klein und die Reifezeiten lang sind. Wenn eine Flasche drei bis sieben Jahre auf der Hefe liegt, bindet sie über Jahre Kapital und Kellerfläche, und ein Winzer mit zwanzig Hektar kann nicht mehr machen, als die Lagen hergeben.

Wie lange kann man sie lagern?

Lange. Tradition und Les Prémices trinken sich jetzt und in den nächsten fünf bis acht Jahren gut, Millésime und Les Crayères halten leicht ein Jahrzehnt oder zwei, weil die lange Hefereife bereits im Preis steckt.