Mourvèdre ist die Rebsorte, die den großen Rotweinen des Südens Rückgrat gibt. Sie liefert Farbe, Tannin und eine würzig-fleischige Note, die weder Grenache noch Syrah allein erzeugen können. Hier finden Sie unsere Weine mit Mourvèdre im Verschnitt oder als Hauptsorte.
Eine spanische Sorte mit französischer Karriere
Ursprünglich stammt Mourvèdre aus Spanien, wo sie Monastrell heißt und bis heute weit verbreitet ist. Der französische Name geht auf die Stadt Murviedro zurück, das heutige Sagunt bei Valencia. In den USA und Australien läuft dieselbe Sorte unter Mataro.
Berühmt wurde sie allerdings in Frankreich. Die Rebe ist spätreifend und dickschalig, sie braucht viel Wärme und wird oft als eine der letzten gelesen. Wo sie nicht vollreif wird, schmeckt sie hart und grün. Wo sie es wird, gehört sie zu den charaktervollsten Sorten überhaupt.
Bandol, Châteauneuf-du-Pape und der GSM-Verschnitt
Ihre reinste Ausprägung findet Mourvèdre in Bandol an der Küste der Provence, wo der Rotwein zu mindestens fünfzig Prozent aus ihr bestehen muss. An den nach Süden ausgerichteten Hängen reift sie zuverlässig aus und ergibt Weine, die zwanzig Jahre und länger halten.
In Châteauneuf-du-Pape und im übrigen Rhônetal spielt sie die dritte Rolle im klassischen Trio aus Grenache, Syrah und Mourvèdre, meist mit einem Anteil um die zehn Prozent. Das Kürzel GSM stammt ursprünglich aus Australien, beschreibt aber genau diese südfranzösische Tradition. Grenache bringt Frucht und Alkohol, Syrah Pfeffer und Struktur, Mourvèdre Farbe, Gerbstoff und Tiefe.
Wie Mourvèdre schmeckt
Typisch sind Brombeere und schwarze Johannisbeere, dazu Leder, Wildbret und eine erdige, fast blutige Note, die Fachleute gern als fleischig beschreiben. Junge Weine wirken durch das kräftige Tannin oft verschlossen. Mit einigen Jahren im Keller wird daraus Wildleder, Unterholz und getrocknete Kräuter.
Weil die Sorte so viel Struktur mitbringt, wird sie selten sortenrein ausgebaut. Selbst in Bandol steht sie meist neben Grenache und Cinsault.
Die Erzeuger in unserer Auswahl
Der Schwerpunkt liegt im südlichen Rhônetal. Domaine du Pegau, Château de Beaucastel, Domaine Henri Bonneau und Clos des Papes gehören zu den großen Namen aus Châteauneuf-du-Pape, wobei Beaucastel für seinen ungewöhnlich hohen Mourvèdre-Anteil bekannt ist. Dazu kommen Clos Saint-Jean, Domaine de la Mordorée, Le Vieux Donjon und Domaine de la Janasse.
Aus der Provence führen wir Domaines Ott, aus Gigondas Domaine Raspail-Ay und Pierre Amadieu. Und aus Kalifornien zeigen Ridge Vineyards und Andremily, was die Sorte außerhalb Europas leisten kann.
Häufige Fragen zu Mourvèdre
Ist Mourvèdre dasselbe wie Monastrell?
Ja. Monastrell ist der spanische Name derselben Rebsorte, Mataro der in Australien und den USA gebräuchliche.
Gibt es reinsortigen Mourvèdre?
Selten, aber es gibt ihn. Häufiger ist sie Teil eines Verschnitts, in Bandol mit mindestens fünfzig Prozent Anteil, in Châteauneuf-du-Pape mit etwa zehn.
Wie lange kann man Mourvèdre lagern?
Gute Bandol-Weine entwickeln sich fünfzehn bis zwanzig Jahre. Das feste Tannin und die dicke Beerenhaut sind genau die Zutaten, die lange Lagerung ermöglichen.
Wozu passt Mourvèdre?
Zu Lamm, Wild, Schmorgerichten und allem mit Rosmarin und Thymian. Die wildwürzige Note harmoniert mit kräftigem Fleisch besser als mit zarten Gerichten.
Wovon hängt der Preis eines Weins mit Mourvèdre ab?
Vor allem von Herkunft und Erzeuger. Einfache Rhône-Verschnitte sind der Einstieg, die genannten Spitzengüter aus Châteauneuf-du-Pape liegen deutlich höher, bieten dafür aber Weine mit jahrzehntelangem Potenzial.