Philippe Pacalet gehört zu den meistdiskutierten Winzern im Burgund. In seinem Keller in Beaune keltert er Pinot Noir und Chardonnay mit ganzen Trauben, wilden Hefen und sehr wenig Schwefel, vom Ortswein aus Gevrey-Chambertin bis zu Grands Crus wie Echézeaux, Ruchottes-Chambertin und Corton Bressandes.
Philippe Pacalet: vom Beaujolais über Prieuré-Roch nach Beaune
Pacalet ist der Neffe von Marcel Lapierre, einem der Wegbereiter des Naturweins im Beaujolais, und lernte das Handwerk Ende der 1980er Jahre bei ihm. In den 1990er Jahren war er dann Kellermeister bei der Domaine Prieuré-Roch in Nuits-Saint-Georges und arbeitete dort zum ersten Mal mit den großen Lagen der Côte de Nuits. 2001 folgte der erste Jahrgang unter eigenem Namen.
Der Keller liegt in der Rue de Chaumergy nahe dem Bahnhof von Beaune, in Gebäuden, die früher dem Haus Poulet Père gehörten. Pacalet selbst nennt seine Firma auf dem Papier ein reines Négoce. Er besitzt keine Weinberge, sondern pachtet Parzellen oder hat langfristige Verträge mit den Winzern, und so weit wie möglich übernehmen er und sein Team die Arbeit im Weinberg selbst. Am liebsten wählt er Parzellen, die ökologisch oder biodynamisch bewirtschaftet werden.
Naturnaher Burgunder mit ganzen Trauben und wenig Schwefel
Der Stil ist leicht zu erkennen. Die Rotweine gären mit ganzen Trauben und mit der Hefe, die mit dem Lesegut aus dem Weinberg kommt. Auf Schwefel verzichtet er während der Gärung und im ersten Teil des Ausbaus, und die Weine werden weder geschönt noch filtriert. Der Ausbau richtet sich nach dem Jahrgang, dauert aber meist 14 bis 18 Monate in Fässern verschiedener Küfer, mit nur einem kleinen Anteil neuer Fässer.
Das Ergebnis ist Pinot Noir mit heller Farbe, Duft nach roten Beeren, Blüten und Gewürzen und einer saftigen, seidigen Struktur statt Wucht und Holz. Die Weine machen jung schon Freude, die besten Lagen entwickeln sich aber über viele Jahre. Einem älteren Jahrgang gönnen Sie am besten etwas Luft in der Karaffe.
Gevrey-Chambertin, Chambolle-Musigny und Grand Cru von der Côte de Nuits
Das Herz des Sortiments liegt an der Côte de Nuits. Gevrey-Chambertin gibt es als Ortswein und als Premier Cru Lavaux Saint-Jacques, aus demselben Ort kommen die Grands Crus Ruchottes-Chambertin und Charmes-Chambertin, Letzterer in der Magnum. Aus Chambolle-Musigny stammen Premiers Crus, darunter Les Sentiers, und aus der Lage oberhalb von Vosne-Romanée der Grand Cru Echézeaux. Der Nuits-Saint-Georges auf Ortsebene zeigt einen erdigeren, würzigeren Pacalet.
An der Côte de Beaune entstehen Aloxe-Corton 1er Cru, Ladoix 1er Cru Les Joyeuses und der Grand Cru Corton Bressandes. Die Weißweine sind Chardonnay aus Meursault und Puligny-Montrachet, mehrere davon in der Magnum, dazu Monthélie 1er Cru Clos Gauthey. Sie zeigen denselben straffen, mineralischen Stil wie die Roten.
Cornas und Moulin-à-Vent: Pacalet außerhalb des Burgunds
Seine Wurzeln im Süden hat Pacalet nie aufgegeben. Im Beaujolais keltert er Moulin-à-Vent aus Gamay, mit ganzen Trauben wie seinen Pinot Noir, und an der nördlichen Rhône einen Cornas aus Syrah, ebenfalls mit den Stielen in der Gärung. Beide zeigen, dass die Methode auch mit anderen Rebsorten funktioniert: frische Frucht, Würze und eine feine, fast leichte Struktur.
Häufige Fragen zu Philippe Pacalet
Ist Philippe Pacalet eine Domaine oder ein Négociant?
Formal ist die Maison Philippe Pacalet ein Négociant mit Sitz in Beaune. Er besitzt keine Weinberge, pachtet aber Parzellen und hat feste Verträge mit Winzern, und er arbeitet selbst im Weinberg mit.
Sind die Weine von Philippe Pacalet Naturweine?
Viele zählen ihn zu den wichtigsten Namen des Naturweins im Burgund. Die Weine entstehen mit wilden Hefen und ganzen Trauben, ohne Schönung und Filtration und mit so wenig Schwefel wie möglich. Eine kleine Menge gibt er allerdings zu, wenn der Wein stabil sein muss.
Wie ist Philippe Pacalet mit Lapierre verwandt?
Er ist der Neffe von Marcel Lapierre und lernte im Beaujolais Wein zu machen, bevor er zu Prieuré-Roch kam und 2001 seine eigene Firma gründete.
Welchen Wein von Philippe Pacalet sollte ich wählen?
Gevrey-Chambertin und Nuits-Saint-Georges sind ein guter Einstieg in den Stil. Chambolle-Musigny 1er Cru zeigt seine Eleganz, Echézeaux, Ruchottes-Chambertin und Corton Bressandes sind Weine für den Keller. Wer die Methode an einer anderen Rebsorte probieren möchte, greift zu Cornas oder Moulin-à-Vent.