Montrachet Grand Cru: fünf Grand-Cru-Lagen zwischen Puligny und Chassagne
Am Hang zwischen den Dörfern Puligny-Montrachet und Chassagne-Montrachet an der Côte de Beaune liegen fünf Grand-Cru-Lagen, die gemeinsam als Spitze des weißen Burgunds gelten: Le Montrachet, Bâtard-Montrachet, Chevalier-Montrachet, Bienvenues-Bâtard-Montrachet und Criots-Bâtard-Montrachet. Alle fünf liefern Weißwein aus Chardonnay. Der Name ist alt. Schon 1252 ist Wein vom "Mont Rachaz" belegt, und er verweist auf einen kahlen, steinigen Hügel, auf dem kaum etwas anderes als Reben wuchs.
Montrachet, Bâtard-Montrachet und Chevalier-Montrachet wurden 1937 als Grand-Cru-Appellationen anerkannt, Bienvenues-Bâtard-Montrachet und Criots-Bâtard-Montrachet folgten 1939. Hier finden Sie alle fünf zusammen. Ortsweine und Premiers Crus der beiden Gemeinden haben eigene Seiten: Puligny-Montrachet und Chassagne-Montrachet.
Le Montrachet, Bâtard und Chevalier: die Unterschiede der fünf Lagen
Le Montrachet umfasst rund acht Hektar und ist fast zu gleichen Teilen auf beide Dörfer verteilt. Weine von der Chassagne-Seite tragen oft "Le Montrachet" auf dem Etikett, die Puligny-Seite meist nur "Montrachet". Es ist dieselbe Lage. Die Weine sind dicht und lang, mit mineralischem Kern, und brauchen Zeit im Keller.
Chevalier-Montrachet (rund sieben Hektar) liegt direkt oberhalb des Montrachet, vollständig in Puligny und bis auf etwa 300 Meter Höhe. Der Boden ist dünn und steinig, die Weine sind oft die straffsten und elegantesten der fünf.
Bâtard-Montrachet ist mit rund elf Hektar die größte Lage. Sie liegt direkt unterhalb des Montrachet und ist auf beide Dörfer verteilt. Der Boden ist tiefer und lehmiger, was einen runderen, volleren Stil ergibt.
Bienvenues-Bâtard-Montrachet (unter vier Hektar, ganz in Puligny) und Criots-Bâtard-Montrachet (etwa anderthalb Hektar, ganz in Chassagne) sind die beiden kleinen Nachbarn des Bâtard. Criots ist die kleinste der fünf Lagen.
Die Erzeuger: von Domaine Leflaive bis Ramonet
In Puligny sind Domaine Leflaive und Etienne Sauzet die großen Namen, beide mit Bâtard-Montrachet und Bienvenues-Bâtard-Montrachet. Aus Chassagne kommt Ramonet mit Montrachet, Bâtard und Chevalier. Jean Chartron keltert den Chevalier-Montrachet Clos des Chevaliers, die Domaine de la Vougeraie ist in mehreren Lagen vertreten, und Louis Jadots Chevalier-Montrachet Les Demoiselles ist ein Klassiker.
Aus dem Le Montrachet selbst finden Sie unter anderem Bouchard Père & Fils, Louis Latour und den Marquis de Laguiche von Joseph Drouhin, der von der größten Parzelle der Lage im Besitz der Familie Laguiche stammt. Auch die Domaine de la Romanée-Conti besitzt eine kleine Parzelle im Montrachet.
Montrachet zum Essen
Ein junger Grand Cru aus Chardonnay vom Montrachet lässt sich trinken, öffnet sich aber erst mit den Jahren richtig. Servieren Sie ihn bei 12 bis 14 Grad und jung gerne aus der Karaffe. Hummer, Steinbutt, Jakobsmuscheln sowie Kalb oder Huhn in Rahmsauce sind klassische Begleiter. Der volle Stil des Bâtard verträgt reichhaltigere Gerichte, Chevalier passt zu puristischem Fisch und Meeresfrüchten. Wer weiteren weißen Burgunder sucht, macht mit dem Nachbarort Meursault weiter.
Häufige Fragen zum Montrachet
Was ist der Unterschied zwischen Montrachet und Puligny-Montrachet?
Montrachet ist eine einzelne Grand-Cru-Lage. Puligny-Montrachet ist das Dorf und seine Appellation für Ortsweine und Premiers Crus. Das Dorf trägt den Namen der Grand-Cru-Lage einfach in seinem eigenen.
Aus welcher Rebsorte wird Montrachet Wein gemacht?
Aus Chardonnay. Alle fünf Montrachet-Grand-Cru-Lagen bringen Weißwein hervor.
Sind Le Montrachet und Montrachet dasselbe?
Ja. Die Chassagne-Seite der Lage schreibt meist "Le Montrachet" aufs Etikett, die Puligny-Seite "Montrachet".
Wie lange lässt sich ein Montrachet Grand Cru lagern?
Das hängt von Jahrgang und Erzeuger ab, doch die meisten profitieren von einigen Jahren Lagerung, und die besten entwickeln sich über Jahrzehnte. Bâtard ist oft etwas früher zugänglich als Chevalier und Le Montrachet.