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Wein aus Oregon ist für mich die spannendste Antwort Amerikas auf Burgund. Statt sonnensatter Kraft wie in Kalifornien bekommst du hier kühles Klima, Regen im Winter, trockene Sommer und Weine mit Spannung und Frische. Fast alles, was du hier findest, kommt aus dem Willamette Valley südlich von Portland, und es dreht sich vor allem um zwei Rebsorten: Pinot Noir und Chardonnay.

Wie Oregon Pinot Noir zum Burgund der Neuen Welt wurde

Die Geschichte beginnt 1965. David Lett setzte damals die ersten Pinot-Noir-Reben im Willamette Valley und kaufte ein Jahr später einen Hang bei Dundee, aus dem The Eyrie Vineyards wurde. Viele hielten die Gegend für zu kühl und zu nass. 1979 landete sein 1975er South Block Reserve bei der Gault-Millau-Weinolympiade in Paris unter den besten Pinots, blind verkostet gegen Burgunder. Robert Drouhin aus Beaune ließ die Probe wiederholen, und der Oregon-Wein kam knapp hinter einem 1959er Chambolle-Musigny ins Ziel. 1987 gründete die Familie Drouhin daraufhin Domaine Drouhin Oregon in den Dundee Hills. Spätestens da war klar, dass hier etwas Besonderes passiert.

1983 wurde das Willamette Valley Oregons erste AVA. Heute ist es mit gut 27.000 Acres Reben das Herz des Weinbaus im Bundesstaat. Weiter südlich gibt es mit dem Rogue Valley, dem Applegate Valley und dem Umpqua Valley wärmere Gegenden, in denen auch Syrah und Tempranillo reifen.

Die Lagen im Willamette Valley und was sie im Glas zeigen

Innerhalb des Willamette Valley gibt es inzwischen elf Unter-AVAs, und die Unterschiede schmeckst du wirklich. Die Böden kommen aus drei Richtungen: vulkanischer Basalt, alte Meeressedimente und Löss, den die gewaltigen Missoula-Fluten am Ende der Eiszeit abgelagert haben.

Dundee Hills

Die roten, eisenhaltigen Jory-Böden vulkanischen Ursprungs geben Pinot Noir mit heller roter Frucht, Kirsche und einer seidigen Textur. Hier sitzen Pioniere wie Domaine Drouhin Oregon und Domaine Serene.

Eola-Amity Hills

Durch den Van Duzer Corridor zieht nachmittags kühler Wind vom Pazifik herein. Die Trauben behalten ihre Säure, und die Weine wirken straffer, dunkler und etwas ernster. Walter Scott, Lingua Franca, Evesham Wood und Cristom arbeiten hier, und ihre Chardonnays gehören zu den besten der USA.

Yamhill-Carlton und Ribbon Ridge

Auf den sandigen Meeressedimenten reifen Pinots mit mehr dunkler Frucht, Gewürz und festem Gerbstoff. Beaux Frères arbeitet auf dem Ribbon Ridge biodynamisch, und Suzor keltert hier Chardonnay aus der Lage Menefee.

Produzenten aus Oregon, die du kennen solltest

Walter Scott wurde 2008 von Ken Pahlow und Erica Landon gegründet und steht für präzise Einzellagen wie X Novo oder Cuvée Ruth. Lingua Franca geht auf den Master Sommelier Larry Stone zurück, mit dem Burgunder Dominique Lafon als beratendem Winzer. Bergström bewirtschaftet seine Weinberge seit dem Jahr 2000 biodynamisch, verteilt auf Dundee Hills, Ribbon Ridge und Chehalem Mountains. Dazu kommen Winderlea, Patricia Green Cellars, Elk Cove, Arterberry Maresh, White Walnut und Tan Fruit. Neben Pinot Noir und Chardonnay lohnen sich Pinot Gris, ein Grüner Veltliner von Illahe oder ein maischevergorener Pinot Gris von Suzor.

Welches Essen passt zu Pinot Noir und Chardonnay aus Oregon?

Ein Pinot aus den Dundee Hills ist ideal zu Lachs vom Grill, Ente oder Pilzrisotto. Die kräftigeren Weine aus Eola-Amity Hills vertragen Lamm und Wild. Chardonnay aus Oregon hat meist weniger Holz und mehr Zug als viele kalifornische Beispiele und passt zu Hummer, Kalbfleisch und Käse wie Comté. Wenn du den Vergleich magst, stell einen Oregon-Pinot neben einen aus Kalifornien und probier beide blind.

Häufige Fragen zu Wein aus Oregon

Wofür ist Oregon als Weinregion bekannt?

Vor allem für Pinot Noir aus dem Willamette Valley. In den letzten Jahren hat sich auch Chardonnay einen sehr guten Ruf erarbeitet, oft mit burgundischer Hilfe beim Ausbau.

Was unterscheidet Oregon Pinot Noir von kalifornischem?

Das kühlere Klima. Oregon-Pinots haben meist mehr Säure, weniger Alkohol und eine rotfruchtigere, feinere Art als die reiferen Weine aus Kalifornien.

Wo liegt das Willamette Valley?

Im Nordwesten Oregons, zwischen der Küstenkette und der Kaskadenkette, von Portland im Norden bis Eugene im Süden. Die Coast Range hält einen großen Teil des Pazifikregens ab.

Wie lange kann man Oregon Pinot Noir lagern?

Einfachere Valley-Weine trinkst du in den ersten fünf Jahren. Einzellagen von guten Produzenten entwickeln sich zehn Jahre und länger. Mehr Weine aus dem ganzen Land findest du unter Wein aus den USA.