Montepulciano d'Abruzzo: der klassische Rotwein der Abruzzen
Montepulciano d'Abruzzo ist der Rotwein der Abruzzen, der Region zwischen Apennin und Adria in der Mitte Italiens. Die Appellation wurde 1968 zur DOC und umfasst alle vier Provinzen: Chieti, Pescara, Teramo und L'Aquila, wobei Chieti den größten Teil der Produktion liefert. Der Name sorgt oft für Verwirrung. Der Wein hat nichts mit der toskanischen Stadt Montepulciano zu tun, wo Vino Nobile di Montepulciano und Rosso di Montepulciano aus Sangiovese entstehen. Hier ist Montepulciano der Name der Rebsorte, und "d'Abruzzo" sagt, wo sie wächst.
Rebsorte, Regeln und Stil im Glas
Die Vorschriften verlangen mindestens 85 Prozent Montepulciano, der Rest darf Sangiovese sein. Der Wein muss mindestens fünf Monate reifen, bevor er verkauft wird, und eine Riserva mindestens zwei Jahre, davon mindestens neun Monate im Holzfass. Die Rebe bringt eine tiefe, fast violette Farbe, dunkle Kirschen, Pflaumen und Würze. Die Tannine sind meist weich und die Säure moderat, darum macht ein junger Montepulciano d'Abruzzo schon kurz nach der Abfüllung Freude, während eine Riserva aus einem guten Jahrgang viele Jahre reifen kann.
Der Rosé aus derselben Traube hieß früher Montepulciano d'Abruzzo Cerasuolo und ist seit 2010 eine eigene DOC namens Cerasuolo d'Abruzzo. Er gehört deshalb nicht auf diese Seite, die Rotwein aus der Appellation versammelt.
Colline Teramane, Unterzonen und Erzeuger, die man kennen sollte
In den Hügeln um Teramo im Norden liegt Colline Teramane, das 1995 eine eigene DOC erhielt und 2003 zur DOCG wurde. Dort sind mindestens 90 Prozent Montepulciano vorgeschrieben. Innerhalb der allgemeinen DOC gibt es außerdem fünf Unterzonen mit strengeren Regeln: Alto Tirino, Casauria, Teate, Terre dei Peligni und Terre dei Vestini.
Zwei Häuser haben mehr als alle anderen für den Ruf des Weins getan. Valentini in Loreto Aprutino in der Provinz Pescara erzeugt einen Montepulciano d'Abruzzo, der oft als Referenzwein der Appellation genannt wird. Emidio Pepe in Torano Nuovo bei Teramo vergärt und lagert in glasierten Zementtanks ohne Schönung und Filtration und gibt bis heute ältere Jahrgänge aus dem Keller frei. Daneben finden Sie Torre dei Beati mit Cocciapazza und Mazzamurello, Masciarelli, La Valentina, Tenuta Ulisse mit Amaranta, Zaccagnini, Marramiero und Fantini.
Welches Essen passt zu Montepulciano d'Abruzzo?
Die saftige Frucht und die weichen Tannine machen den Wein zu einem unkomplizierten Essensbegleiter. Er passt zu Pasta mit Fleischragout, Pizza, Lasagne, gegrillter Wurst und Lammspießen sowie zu gereiften Hartkäsen wie Pecorino. Eine Riserva mit einigen Jahren Flaschenreife verträgt Lammbraten, Wild und lange geschmortes Rindfleisch. Servieren Sie ihn bei etwa 16 bis 18 Grad, als junger Wein gern etwas kühler.
Häufige Fragen zu Montepulciano d'Abruzzo
Ist Montepulciano d'Abruzzo dasselbe wie Vino Nobile di Montepulciano?
Nein. Montepulciano d'Abruzzo wird aus der Rebsorte Montepulciano in den Abruzzen gemacht. Vino Nobile di Montepulciano stammt aus der Stadt Montepulciano in der Toskana und wird überwiegend aus Sangiovese gekeltert.
Was bedeutet Riserva bei Montepulciano d'Abruzzo?
Der Wein wurde vor dem Verkauf mindestens zwei Jahre gelagert, davon mindestens neun Monate im Holz. Riserva-Weine sind meist konzentrierter und länger lagerfähig.
Was unterscheidet die DOC von Colline Teramane DOCG?
Colline Teramane ist ein kleineres Gebiet in der Provinz Teramo mit strengeren Regeln, unter anderem mindestens 90 Prozent Montepulciano statt 85 Prozent in der allgemeinen DOC.
Wie lange kann man Montepulciano d'Abruzzo lagern?
Die meisten Flaschen sind für die ersten Jahre gemacht. Riserva-Weine und Flaschen von Häusern wie Valentini und Emidio Pepe können dagegen viele Jahre reifen.