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Lagrein: der dunkle Rotwein aus Südtirol

Lagrein ist eine alte autochthone Rebsorte aus den Tälern Südtirols. Der Name deutet auf das Lagarinatal im Trentino hin, doch zu Hause ist die Sorte rund um Bozen, vor allem im Stadtteil Gries. Im warmen Bozner Talkessel finden die Reben auf sandigen, verwitterten Quarzporphyrböden die Wärme und die lange Reifezeit, die sie brauchen. Urkundlich wird Lagrein in Gries bereits im Mittelalter erwähnt.

DNA-Analysen zeigen, dass Lagrein vom Teroldego aus dem Trentino abstammt, ein Geschwister des Marzemino ist und mit Syrah und Pinot Noir verwandt ist. Heute ist Lagrein nach dem Vernatsch die zweithäufigste rote Rebsorte Südtirols. Außerhalb der Region gibt es nur kleine Pflanzungen, etwa in Australien und Kalifornien.

Wie schmeckt Lagrein Wein? Dunkel, Kretzer und Cuvées

Lagrein ergibt einen tief dunklen, fast schwarzvioletten Rotwein mit Aromen von dunklen Kirschen, Pflaumen und Veilchen. Am Gaumen kommen Kakao, etwas Würze und ein erdiger, mineralischer Ton dazu, getragen von frischer Säure und spürbaren, aber selten harten Tanninen. Die einfacheren Weine sind saftig und fruchtig und werden jung getrunken. Eine Lagrein Riserva reift vor der Freigabe länger, oft im Holz, und wird dichter und würziger, mit Potenzial für einige Jahre Lagerung.

Auf dem Etikett begegnen Ihnen zwei klassische Stile. Lagrein Dunkel (Scuro) ist der dunkle Rotwein, Lagrein Kretzer (Rosato) die Südtiroler Bezeichnung für den Rosé: heller, frischer und mit roter Frucht, etwa der Tramin Lagrein Rosè oder der Terlano Lagrein Rosè Tradition. Lagrein steckt außerdem in Cuvées. Der St. Magdalener von den Hängen über Bozen besteht überwiegend aus Vernatsch mit einem kleineren Anteil Lagrein, der Farbe und Struktur bringt. Deshalb finden Sie hier auch Franz Gojers Glögglhof St. Magdalener, den Huck am Bach der Kellerei Bozen, den Sofi Rosso von Franz Haas und den Rosso Faye von Pojer e Sandri.

Der beste Lagrein aus Südtirol: Erzeuger und Lagen

Den Kern bildet Gries. Die Kellerei Terlan füllt hier ihre Lagrein Gries Riserva und dazu die Porphyr Riserva, die Kellerei Bozen die Taber Riserva. Die Klosterkellerei Muri-Gries, ein Benediktinerkloster, das seit 1845 in Gries Wein macht, hat sich ganz auf Lagrein spezialisiert und ist mit Lagrein und Lagrein Riserva vertreten. Franz Gojer vom Glögglhof steht für den saftigen Granat. Aus Überetsch und Unterland kommen die Kellerei Kaltern mit der Lareith Riserva, die Kellerei Tramin mit der Urban Riserva, Schreckbichl (Colterenzio) mit Mantsch und Erste+Neue mit Puntay. Alois Lageder, Tiefenbrunner, Elena Walch, Kurtatsch, Hofstätter und Franz Haas runden das Bild ab. Mehr aus der Region finden Sie unter Südtirol oder bei der Kellerei Girlan in Eppan.

Welches Essen passt zu Lagrein?

Lagrein ist ein Speisenbegleiter. Er passt zu Braten, Lamm und Rind, zu Wildgerichten wie Hirsch und Wildschwein und zu würzigem, gereiftem Käse. Auch Schweinebraten und deftige Gerichte aus der alpinen Küche harmonieren gut. Der Kretzer ist leichter und begleitet einfachere Gerichte und Vorspeisen. Weitere Rotweine finden Sie in unserer Auswahl an Rotwein, mehr aus dem Land unter Italien und weitere frische Flaschen unter Roséwein.

Häufige Fragen zu Lagrein

Woher kommt Lagrein?

Lagrein stammt aus Südtirol (Alto Adige). Das klassische Anbaugebiet ist Gries bei Bozen, angebaut wird die Sorte aber in ganz Südtirol und in kleinerem Umfang im Trentino.

Wie schmeckt Lagrein Rotwein?

Nach dunklen Kirschen, Pflaumen und Veilchen, oft mit Kakao und etwas Würze. Der Wein hat frische Säure und ein festes, aber rundes Tannin.

Was ist der Unterschied zwischen Lagrein Dunkel und Lagrein Kretzer?

Dunkel ist der dunkle Rotwein, Kretzer ist der Rosé aus derselben Rebsorte mit kürzerem Schalenkontakt.

Kann man Lagrein Riserva lagern?

Junge Lagrein trinkt man am besten innerhalb weniger Jahre. Eine Riserva von einem guten Erzeuger kann sich dagegen über längere Zeit in der Flasche entwickeln.