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Das Douro-Tal ist die Heimat des Portweins und seit einigen Jahrzehnten auch eines der spannendsten Gebiete für trockenen Rotwein in Europa. Dieselben Reben, dieselben Schieferterrassen, zwei völlig verschiedene Weine. Hier finden Sie unsere Auswahl aus dem Douro.

Schiefer, Terrassen und ein UNESCO-Welterbe

Der Douro schneidet sich tief durch den Nordosten Portugals, und an seinen Steilhängen liegen die vielleicht dramatischsten Weinberge der Welt. Die Terrassen sind in blanken Schiefer gehauen, teilweise in Handarbeit über Jahrhunderte.

Der Schiefer ist mehr als Kulisse. Er speichert Wärme, und die Wurzeln finden in seinen Spalten auch in trockenen Sommern noch Feuchtigkeit. Das Alto Douro wurde 2001 zum UNESCO-Welterbe erklärt, rund 24.600 Hektar über dreizehn Gemeinden, geprägt von fast zweitausend Jahren Weinbau.

Trockener Douro oder Portwein: woran Sie es erkennen

Die Faustregel steht auf dem Etikett. Steht dort groß Douro, halten Sie einen trockenen Rotwein in der Hand. Steht dort Porto oder Port, ist es der aufgespritete, süße Klassiker.

Technisch liegt der Unterschied im Zeitpunkt. Beim Portwein wird die Gärung durch Zugabe von Weinbrand gestoppt, sodass Restsüße und ein Alkoholgehalt um zwanzig Prozent bleiben. Der trockene Douro vergärt vollständig durch. Die Trauben stammen oft aus denselben Weinbergen und manchmal sogar aus denselben Parzellen.

Die Rebsorten des Douro

Historisch wurden die Weinberge gemischt bepflanzt, und alte Anlagen enthalten bis heute Dutzende Sorten nebeneinander. Fünf davon dominieren die moderne Produktion: Touriga Nacional, Touriga Franca, Tinta Barroca, Tinto Cão und Tinta Roriz, die in Spanien als Tempranillo bekannt ist.

Touriga Nacional gilt als die edelste, mit kräftigem Veilchen- und Beerenaroma und viel Struktur. Touriga Franca bringt Feinheit und Duft und rundet die Verschnitte ab. Zusammen ergeben sie Weine mit dunkler Frucht, festem Tannin und einer mineralisch-rauchigen Note, die man dem Schiefer zuschreibt.

Die Häuser und Quintas in unserer Auswahl

Bei uns treffen die klassischen Portweinhäuser auf die neue Generation. Taylor's, Graham's, Kopke, Burmester und Wiese & Krohn stehen für die traditionelle Seite, Kopke als ältestes Haus des Douro überhaupt. Quinta do Noval gehört zu den wenigen Adressen, die auf beiden Feldern Maßstäbe setzen.

Für den modernen, trockenen Douro stehen António Maçanita, Conceito Vinhos und Wine and Soul, dazu Quinta da Água Alta und Quinta Santa Eufemia. Wer den Douro noch nicht kennt, findet hier oft mehr Wein für sein Geld als in bekannteren Gebieten.

Häufige Fragen zu Douro-Weinen

Ist Douro dasselbe wie Portwein?

Nein. Douro bezeichnet die Herkunft, Portwein einen aufgespriteten Weintyp aus dieser Herkunft. Ein Wein mit der Bezeichnung Douro ist trocken.

Welche Rebsorten stecken in einem Douro?

Meist ein Verschnitt aus Touriga Nacional, Touriga Franca, Tinta Barroca, Tinto Cão und Tinta Roriz. Reinsortige Weine gibt es, sind aber die Ausnahme.

Wie lange kann man einen trockenen Douro lagern?

Einfachere Weine trinkt man in den ersten fünf Jahren. Die Spitzenweine der besten Quintas entwickeln sich zehn bis zwanzig Jahre und gewinnen dabei deutlich an Komplexität.

Wozu passt ein Douro-Rotwein?

Zu gegrilltem Lamm, Rind, Schmorgerichten und kräftigem Hartkäse. Die portugiesische Klassik ist Bacalhau, gesalzener Kabeljau, zu dem auch ein kräftiger Roter erstaunlich gut funktioniert.

Was kostet ein guter Douro?

Bei uns beginnt die Auswahl im niedrigen zweistelligen Bereich, und schon dort ist die Qualität bemerkenswert. Die Spitzenweine der bekannten Quintas liegen meist zwischen 40 und 100 Euro.