Valpolicella Ripasso: Rotwein, der ein zweites Mal auf Amarone-Trester gärt
Valpolicella Ripasso ist ein kräftiger Rotwein aus den Hügeln nördlich von Verona, und das italienische Wort ripasso bedeutet so viel wie „noch einmal darüber gehen“. Genau das beschreibt die Methode. Zuerst entsteht ein normaler Valpolicella. Sobald ein Amarone oder Recioto fertig vergoren und abgezogen ist, kommt der junge Wein auf den zurückgebliebenen Trester, also auf Schalen, die noch voller Zucker, Farbstoffe und Aromen stecken. Daraus folgt eine zweite Gärung von mindestens drei Tagen. Der Wein gewinnt an Alkohol, Körper und an den Noten getrockneter Früchte, die man vom Amarone kennt. Stilistisch liegt Ripasso zwischen einem frischen Valpolicella Classico und einem wuchtigen Amarone, weshalb er oft als „kleiner Amarone“ bezeichnet wird.
Die Praxis, neuen Wein über Amarone-Trester zu leiten, ist in der Valpolicella seit Langem üblich. Bekannt wurde sie vor allem durch Masi und den Campofiorin, dessen erster Jahrgang 1964 gelesen wurde. Heute keltert Masi den Campofiorin mit teilweise getrockneten Trauben statt mit Trester und verkauft ihn als IGT, nicht als Ripasso. Seit 2010 ist Valpolicella Ripasso eine eigene DOC.
Rebsorten, Regeln und der Unterschied zum Ripasso Superiore
Ripasso wird aus denselben Rebsorten gekeltert wie Valpolicella und Amarone: 45 bis 95 Prozent Corvina und/oder Corvinone, 5 bis 30 Prozent Rondinella und höchstens 25 Prozent weitere zugelassene rote Sorten. Ein Valpolicella Ripasso braucht mindestens 12,5 Prozent Alkohol und darf frühestens am 1. Januar des zweiten Jahres nach der Lese verkauft werden. Steht Valpolicella Ripasso Superiore auf dem Etikett, muss der Wein mindestens 13 Prozent Alkohol erreichen.
Ripasso Classico stammt aus dem historischen Kerngebiet mit den Gemeinden Fumane, Marano, Negrar, San Pietro in Cariano und Sant'Ambrogio. Valpantena ist ein Tal nördlich von Verona mit eigener Unterbezeichnung. Fehlt beides, können die Trauben aus der gesamten Valpolicella-Zone kommen. Im Glas zeigt Ripasso meist reife Kirschen, Pflaumen, Rosinen und etwas Würze, mit weicheren Tanninen als ein Amarone.
Erzeuger: von Tommasi und Bertani bis zur Ripassa von Zenato
Viele große Amarone-Häuser machen auch Ripasso, was naheliegt, denn der Trester stammt aus ihrem eigenen Amarone. Tommasi füllt einen Ripasso Classico Superiore, Bertani hat den Catullo aus der Classico-Zone und einen Ripasso aus dem Valpantena. Zenato nennt seinen Ripasso Superiore schlicht Ripassa. Von Tedeschi kommt der San Rocco, und Domìni Veneti, die Genossenschaft aus Negrar, keltert unter anderem La Casetta, Torbae und Pruviniano.
Daneben finden Sie Ripasso von Pasqua (auch Cascina San Vincenzo), Cesari (Bosan), Graziano Prà (Morandina), Corte Sant'Alda (Campi Magri), Begali, Rubinelli Vajol, Recchia (Le Muraie), Lenotti (Le Crosare), Montresor, Bolla (Le Poiane), Luciano Arduini, Cà la Bionda (Malavoglia), Cecilia Beretta und Sartori (Mont'Albano). Einige davon gibt es auch als Magnum.
Welches Essen passt zu Ripasso?
Ripasso hat mehr Körper als ein einfacher Valpolicella, aber noch frische Säure, und passt deshalb zu vielen Gerichten: Lasagne, Pilzrisotto, gegrilltes Rindfleisch, Lamm, Wildragout und gereifter Käse wie Grana Padano oder Monte Veronese. Servieren Sie ihn bei 16 bis 18 Grad, gern nach einer halben Stunde in der Karaffe. Wer mehr Konzentration möchte, greift zum Amarone desselben Erzeugers, und die übrigen Weine der Region finden Sie unter Venetien.
Häufige Fragen zu Valpolicella Ripasso
Was ist Ripasso Wein?
Ripasso ist ein Valpolicella, der ein zweites Mal auf dem Trester von Amarone oder Recioto gärt. So entsteht ein vollerer Rotwein mit Noten von Kirschen, getrockneten Früchten und Gewürzen.
Was ist der Unterschied zwischen Ripasso und Amarone?
Amarone wird aus Trauben gekeltert, die vor dem Pressen mehrere Monate getrocknet werden, und ist kräftiger und alkoholreicher. Ripasso leiht sich nur den Trester des Amarone, ist leichter und früher trinkreif.
Was bedeutet Superiore bei Valpolicella Ripasso?
Superiore heißt, dass der Wein mindestens 13 Prozent Alkohol hat, gegenüber 12,5 Prozent bei einem einfachen Valpolicella Ripasso.
Aus welchen Rebsorten wird Ripasso gemacht?
Die Hauptsorte ist Corvina oder Corvinone, ergänzt durch Rondinella und gegebenenfalls weitere zugelassene rote Sorten aus der Valpolicella.