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Negroamaro: die dunkle Rebsorte aus dem Salento

Negroamaro ist eine rote Rebsorte, die fast ausschließlich in Apulien angebaut wird, vor allem auf der Halbinsel Salento im Absatz des italienischen Stiefels. Der Name wird meist als "schwarz und bitter" gedeutet: negro heißt schwarz, amaro wird entweder als italienisches Wort für bitter gelesen oder auf das griechische mavro zurückgeführt, das ebenfalls schwarz bedeutet. Beides passt zum Wein. Negroamaro ergibt tieffarbige Rotweine mit dunkler Frucht, einem Hauch von Kräutern und Tabak und einer feinen, leicht bitteren Note im Abgang, die den Wein trotz der Hitze frisch hält.

Die Traube ist dickschalig und wüchsig, mag kalkhaltige Böden und kommt mit den langen, trockenen Sommern im Süden Apuliens besser zurecht als die meisten Sorten. Gelesen wird meist von Ende September bis Anfang Oktober. Die ganze Auswahl der Region finden Sie auf unserer Seite zu Wein aus Apulien.

Salice Salentino und die anderen Negroamaro-DOCs

Der bekannteste Negroamaro-Wein ist der Salice Salentino DOC aus den Provinzen Brindisi und Lecce. Der Rotwein muss zu mindestens 75 Prozent aus Negroamaro bestehen, steht die Sorte auf dem Etikett, sind es mindestens 90 Prozent. Den Rest liefert oft Malvasia Nera, die Duft und Weichheit beisteuert. Auch eine ganze Reihe kleinerer DOCs im Salento beruht auf Negroamaro: Copertino, Squinzano, Brindisi, Leverano, Alezio, Nardò und Matino. Viele Erzeuger nutzen dennoch die freiere IGT Salento oder IGT Puglia, in der Negroamaro reinsortig oder in der Cuvée auftreten kann.

Ein Klassiker der Appellation ist der Salice Salentino Riserva Donna Lisa von Leone de Castris, von Mottura kommt der Salice Salentino Le Pitre.

Rosato, Appassimento und Cuvées mit Primitivo

Negroamaro ist auch eine der wichtigsten Rebsorten Italiens für Roséwein. Der Five Roses von Leone de Castris aus dem Jahr 1943 gilt oft als erster in Italien auf Flaschen gefüllter Rosé. Heute zeigt der Tormaresca Calafuria den hellen, saftigen Rosato des Salento, weitere finden Sie unter unseren Roséweinen.

Am kräftigen Ende stehen Weine aus leicht getrockneten Trauben. Vallone lässt die Negroamaro-Trauben für den Graticciaia auf Matten trocknen, damit sich die Frucht konzentriert und der Wein an Fülle gewinnt. Gianfranco Fino keltert seinen Jo reinsortig aus Negroamaro, und San Marzano steht hinter dem vollmundigen F Negroamaro del Salento.

Negroamaro wird oft mit Primitivo verschnitten, der zweiten großen roten Sorte Apuliens. Primitivo bringt reife, runde Frucht, Negroamaro Struktur und Frische. Wer den runderen Stil mag, findet ihn in unserer Auswahl an Primitivo und Primitivo di Manduria.

Welches Essen passt zu Negroamaro?

Roter Negroamaro passt zu kräftiger Küche: gegrilltes Lamm und Schwein, Salsiccia, Lasagne, Orecchiette mit Fleischragù und gereifte Hartkäse. Die bittere Note macht ihn zum guten Partner für Tomaten und gegrilltes Gemüse wie Aubergine und Paprika. Der Rosato begleitet gegrillten Fisch, Meeresfrüchte, Pizza und Sommersalate. Die kräftigen Appassimento-Weine vertragen Wild, geschmortes Rind und gereiften Pecorino. Weitere kräftige Italiener finden Sie unter unseren Rotweinen.

Häufige Fragen zu Negroamaro

Was bedeutet Negroamaro?

Der Name wird als "schwarz und bitter" gedeutet. Negro heißt schwarz, amaro kann vom italienischen Wort für bitter oder vom griechischen mavro (schwarz) stammen.

Wie schmeckt Negroamaro Wein?

Meist dunkle Frucht wie Pflaume und Kirsche, Noten von Kräutern, Tabak und Gewürzen, eine weiche Textur und ein leicht bitterer, frischer Abgang.

Was ist der Unterschied zwischen Negroamaro und Primitivo?

Beide sind rote Rebsorten aus Apulien. Primitivo ergibt meist rundere, reifere Frucht, Negroamaro mehr Struktur und eine bittere Frische. Oft werden die beiden verschnitten.

Wird Salice Salentino aus Negroamaro gemacht?

Ja. Roter Salice Salentino besteht zu mindestens 75 Prozent aus Negroamaro, oft ergänzt durch Malvasia Nera.