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Sekt hat in Deutschland lange unter seinem Ruf aus dem Supermarktregal gelitten. Dabei läuft die Entwicklung seit gut zwanzig Jahren in die andere Richtung: Winzer und spezialisierte Sekthäuser vergären ihre besten Grundweine in der Flasche, lassen sie jahrelang auf der Hefe liegen und behandeln Sekt wie einen ernsthaften Wein. Genau diese Flaschen findest du hier, ausgewählt aus dem Sortiment der Weinhändler und Spezialisten, die über Bottle Hero verkaufen.

Was guten Sekt von der Supermarktflasche unterscheidet

Der Unterschied beginnt bei der zweiten Gärung. Günstiger Sekt entsteht im Drucktank, wo die Kohlensäure in wenigen Wochen entsteht und der Wein danach zügig abgefüllt wird. Bei der traditionellen Flaschengärung passiert dieselbe Gärung in genau der Flasche, die später im Glas landet. Der Sekt reift auf seinem Hefesatz, bekommt Textur und diesen brioche-artigen Ton, und wird erst nach dem Rütteln degorgiert. Das deutsche Weinrecht verlangt mindestens neun Monate Hefelager, mindestens 3,5 bar Druck und mindestens zehn Volumenprozent Alkohol. Die Häuser in dieser Auswahl gehen meist weit darüber hinaus.

Winzersekt, Sekt b.A. und Deutscher Sekt auf dem Etikett

Drei Begriffe, die regelmäßig verwechselt werden. Deutscher Sekt bedeutet lediglich, dass die Trauben aus Deutschland stammen. Sekt b.A. engt das auf eines der dreizehn bestimmten Anbaugebiete ein. Winzersekt ist die strengste der drei Angaben: Die Trauben müssen vollständig aus den eigenen Lagen des Erzeugers kommen, dort verarbeitet werden, und der Sekt muss klassisch flaschenvergoren sein. Wer es noch genauer wissen will, achtet auf das VDP-Sektstatut, das fünfzehn Monate Hefelager verlangt, bei Jahrgangssekt vierundzwanzig und bei Prestige-Abfüllungen sechsunddreißig.

Pfalz, Hessische Bergstraße und Rheinhessen im Glas

Die Pfalz stellt den größten Teil dieser Auswahl, mit Weingut Rings, Ökonomierat Rebholz, Knipser, Kurt Wolf und Eymann. Aus der Hessischen Bergstraße kommt Griesel & Compagnie, 2013 in den Mauern der früheren Staatsweingüter Bensheim gegründet; Kellermeister Niko Brandner hat sein Handwerk bei Volker Raumland gelernt. Raumland selbst, in Rheinhessen zu Hause und das erste VDP.Sektgut überhaupt, lässt seine Sekte fünf Jahre und länger auf der Hefe. Dazu kommen Christmann & Kauffmann aus der Pfalz, Schloss Vaux und Robert Weil aus dem Rheingau, Van Volxem und Dr. Loosen von der Mosel, Bertram-Baltes von der Ahr und Sekthaus Burkhardt·Schür aus Franken.

Sekt brut, extra brut und Brut Nature im Vergleich

Die Dosage entscheidet, wie trocken der Sekt am Gaumen wirkt. Brut Nature kommt ganz ohne Zugabe aus und zeigt den Wein nackt, mit Säure und Salz im Vordergrund. Extra Brut lässt ein paar Gramm zu. Sekt brut erlaubt bis zwölf Gramm je Liter und bleibt damit die vielseitigste Variante am Tisch. Wer Sekt trocken kauft, landet übrigens bei einem spürbar süßeren Wein als bei brut, weil die Angabe trocken beim Schaumwein anders belegt ist als beim Stillwein.

Pinot Noir, Chardonnay und Riesling als Grundlage

Die Rebsortenverteilung liest sich wie in der Champagne: Pinot Noir führt, dahinter Chardonnay, dazu Weißburgunder und etwas Pinot Meunier. Der deutsche Sonderweg ist Riesling, der dem Sekt eine geradere, zitrische Säure gibt, die keine andere Sorte so hinbekommt. Die Jahrgänge reichen von reifen Flaschen aus den späten Nullerjahren bis zu jungen Basisqualitäten, und preislich geht es bei rund fünfzehn Euro los.

Wenn du breiter schauen willst: Schaumwein aus allen Anbaugebieten fasst das gesamte prickelnde Sortiment zusammen. Daneben lohnt der Vergleich mit Champagner, mit dem französischen Crémant aus Elsass, Loire und Burgund und mit Prosecco aus Venetien.

Häufige Fragen rund um deutschen Sekt

Ist Sekt ein Wein?

Ja. Sekt ist Schaumwein, also Wein, der eine zweite Gärung durchlaufen hat und dadurch Kohlensäure enthält. Als Basis dient ein stiller Wein, der Grundwein.

Was ist Winzersekt?

Sekt, dessen Trauben vollständig aus den eigenen Weinbergen des Erzeugers stammen, dort verarbeitet und klassisch in der Flasche vergoren werden. Jahrgang, Erzeuger und Rebsorte stehen auf dem Etikett.

Was bedeutet brut bei Sekt?

Brut bezeichnet die Dosage und erlaubt bis zu zwölf Gramm Restzucker je Liter. Extra Brut liegt darunter, Brut Nature kommt ohne Dosage aus. Alle drei schmecken trockener als ein Sekt mit der Angabe trocken.

Wie lange ist Sekt haltbar?

Ungeöffnet hält einfacher Sekt etwa zwei bis drei Jahre, flaschenvergorener Winzersekt deutlich länger und gewinnt dabei oft noch dazu. Geöffnet bleibt die Perlage mit einem Sektverschluss ein bis zwei Tage erhalten.