Weingut Markus Molitor gehört zu den prägenden Namen der Mosel. Vom Haus Klosterberg in Bernkastel-Wehlen aus keltert Markus Molitor Riesling aus berühmten Steillagen auf Schiefer, von knochentrocken bis edelsüß, dazu Pinot Noir und Pinot Blanc.
Markus Molitor: achte Generation an der Mittelmosel
Markus Molitor übernahm das elterliche Weingut 1984 als Vertreter der achten Familiengeneration. Sein Ziel war von Anfang an, an die goldenen Zeiten des Moselrieslings anzuknüpfen, als die besten Lagen des Flusses zu den gefragtesten Weißweinen der Welt zählten. Die Weinberge an der Mittelmosel reichen heute von Brauneberg bis Traben-Trarbach, seit 2001 bewirtschaftet das Weingut außerdem Steillagen an der Saar.
Weltweit bekannt wurde Molitor 2015, als drei Auslesen des Jahrgangs 2013 von Robert Parkers Wine Advocate mit 100 Punkten bewertet wurden. Seitdem trägt er den Spitznamen „Herr 300 Punkte“. Dem VDP gehört das Weingut nicht an. Molitor nutzt deshalb die klassischen Prädikate auch für trockene Weine, etwa eine Auslese trocken.
Riesling aus Wehlener Sonnenuhr, Zeltinger Sonnenuhr und weiteren Steillagen
Die Weinberge stehen auf Schiefer, doch jede Lage hat ihren eigenen Charakter. Gelesen wird spät und bei voller physiologischer Reife, die Erträge bleiben niedrig.
Die großen Lagen der Mittelmosel
Die Zeltinger Sonnenuhr auf grauem Tonschiefer zählt zu den bekanntesten Lagen des Hauses und steht hinter einigen seiner berühmtesten Auslesen. Dazu kommen die Wehlener Sonnenuhr auf grauem Devonschiefer, der Wehlener Klosterberg direkt am Weingut, der Zeltinger Schlossberg, die Graacher Lagen Domprobst und Himmelreich sowie Bernkasteler Badstube und Lay. Auf rotem Schiefer wachsen Ürziger Würzgarten, Erdener Treppchen und die kleine Lage Erdener Prälat, deren Rieslinge würziger und exotischer wirken. Brauneberger Juffer und Juffer-Sonnenuhr sowie die Kinheimer Lagen Rosenberg und Hubertuslay runden das Bild ab.
Saar: Ockfener Bockstein und Saarburger Rausch
An der Saar ist es kühler, und die Rieslinge aus dem Ockfener Bockstein und dem Saarburger Rausch wirken schlanker, mit straffer Säure und viel Spannung. Der Alte Reben Saar fasst diesen Stil im trockenen Bereich zusammen.
Domäne Serrig und Vogelsang
2016 übernahm Markus Molitor die 1904 unter Kaiser Wilhelm II. gegründete Domäne Serrig an der Saar. Aus der Monopollage Serriger Vogelsang kommen seit dem Jahrgang 2020 ein trockener Riesling Große Lage und ein Kabinett. Als erstes deutsches Weingut brachte die Domäne ihre Weine über den Place de Bordeaux auf den Markt.
Kapselfarben und Sterne bei Markus Molitor verstehen
Das Weingut kennzeichnet den Stil jedes Weins mit der Farbe der Kapsel. Die weiße Kapsel steht für klassisch durchgegorene, also trockene Rieslinge, die grüne für feinherbe und die goldene für frucht- und edelsüße Weine. Pinot Noir trägt eine rote, die Weißweine der Burgunderfamilie wie Pinot Blanc tragen eine gelbe Kapsel. Die Sterne hinter dem Prädikat, von einem bis drei, sind die hauseigene Stufung innerhalb eines Prädikats: Drei Sterne bezeichnen die strengste Auswahl. Eine Auslese*** mit weißer Kapsel ist also ein kraftvoller, trockener Wein, eine Auslese*** mit Goldkapsel ein edelsüßer.
Keller, Pinot Noir und Haus Klosterberg
Alle Weine vergären spontan mit natürlichen Hefen, ohne Schönungsmittel oder Enzyme. Die meisten reifen im Holzfass in einem dreistöckigen, in den Schiefer gehauenen Gewölbekeller und liegen monatelang auf der Feinhefe. Neben Riesling entstehen Spätburgunder aus Brauneberger Klostergarten und Mandelgraben sowie Pinot Blanc, etwa der Einstern*. Die Linie Haus Klosterberg und der Schiefersteil sind der zugängliche Einstieg in den Stil des Hauses.
Häufige Fragen zu Weingut Markus Molitor
Wo liegt das Weingut Markus Molitor?
Der Stammsitz ist das Haus Klosterberg in Bernkastel-Wehlen an der Mittelmosel, mitten in den Weinbergen des Wehlener Klosterbergs. Dazu kommen Lagen an der Saar und die Domäne Serrig.
Was bedeuten die Sterne auf Molitor-Etiketten?
Sie zeigen die Auswahlstufe innerhalb eines Prädikats, von einem bis drei Sternen. Über die Süße sagt die Kapselfarbe mehr: weiß trocken, grün feinherb, gold süß.
Ist Markus Molitor Mitglied im VDP?
Nein. Das Weingut arbeitet mit Lagennamen, Prädikaten und seinem eigenen Kapsel- und Sternesystem statt der VDP-Klassifikation.
Welcher Molitor-Riesling eignet sich zum Einstieg?
Haus Klosterberg trocken, Schiefersteil oder ein Kabinett aus Graach, Zeltingen oder Ürzig zeigen den Hausstil, ohne lange Lagerung zu verlangen.
Wie lange lassen sich die Weine lagern?
Spätlesen und Auslesen entwickeln sich über viele Jahre. Beeren- und Trockenbeerenauslesen sowie Dessertweine wie der Eiswein aus dem Wehlener Klosterberg halten oft Jahrzehnte.